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Dr. Brumm geht wandern

Geschichte und Illustrationen von Daniel Napp, erschienen im Thienemann Verlag.

Dr. Brumm macht das, was er jeden M ittwoch macht ...

… wandern gehen.

„Die Rucksäcke wiegen so viel, als hättest du Steine eingepackt“, sagt Dachs.

„Eine vernünftige Ausrüstung ist das A und Oho“, sagt Dr . Brumm. „Und außerdem ...“

„He, ihr da!", ruft ihnen plötzlich Bauer Hackenpiep zu. „Mir ist ein Schaf ausgebüxt. Es hört auf den N amen Murmel. Wenn ihr es findet, klatscht einfach dreimal in die Hände. Das ist unser Zeichen zum Sammeln. Murmel denkt dann, dass die Herde weiterzieht und läuft zu uns zurück.“

„Weit und breit kein Schaf zu sehen“, blubbert Pottwal.

„Und keinen Wegweiser", sagt Dachs. „Hoffentlich verlaufen wir uns nicht.“

„Wer braucht schon einen Wegweiser?“, sagt Dr. Brumm. „Ich hab doch meine Wanderkarte.“

„Meine Füße tun weh. Ich bin müde. Und mein Rücken schmerzt", sagt Dachs. „Wo sind wir hier überhaupt?“

„Nach meiner Karte müssten wir jetzt ungefähr haargenau zwischen Afrika und China sein", sagt Dr . Brumm.

„Waaas?! Zeig mal her ...“ Dachs nimmt Dr. Brumm die Wanderkarte ab. „Aber das ist ja eine Weltkarte!“

„Tonnerwetter!", sagt Dr. Brumm. „Jetzt verstehe ich auch, warum wir Russland so schnell hinter uns gelassen haben.“

„Wir sind verloren!“, sagt Dachs. „Und da hinten zieht ein Unwetter auf“, blubbert Pottwal.

In einer Höhle finden die Freunde Unterschlupf.

„Glückwunsch", sagt Dachs. „Wir haben uns verlaufen und sitzen fest. Und bald wird es dunkel werden.“

„Keine Sorge", sagt Dr. Brumm. „Als erfahrener Bergführer bin ich auf alles vorbereitet. Wenn es nicht aufhört, zu regnen, übernachten wir einfach gemütlich im Zelt und suchen morgen den Weg zurück.“

„MÄÄÄH!“, hallt es da auf einmal tief aus der Höhle heraus.

„Das muss Murmel sein!", blubbert Pottwal. „Bestimmt hat sie sich in der Höhle verlaufen. Kommt, wir retten sie!“

„Einfach fantastisch!", sagt Dachs. „Diese Tropfsteinhöhle ist ist bestimmt über 10.000 J ahre alt.“

„Das verdanken wir alles nur mir", sagt Dr . Brumm. „Mit der richtigen Karte hätten wir die nie entdeckt.“

„Und Murmel auch nicht!“, blubbert Pottwal.

„Pass bloß auf, wo du hintrittst“, sagt Dachs zu Dr . Brumm. „Diese Höhle ist ein Naturwunder.“

Dann, tief unten im Berg, finden sie endlich …

MURMEL!

„Wie sagte Bauer Hackenpiep?", blubbert Pottwal. „Dreimal klatschen und die Schafe versammeln sich. So findet Murmel zur Herde und kann uns nach Hause führen!“

Draußen klatscht Dachs dreimal in die Hände. „Määäh!“, ruft Murmel und hoppelt sofort los.

„Wir sind gerettet!“, ruf t Dr. Brumm. „Hinterher!“ Doch nach einer Weile geraten die Freunde plötzlich in einen dichten Nebel und Murmel bleibt stehen.

„So ein Mist", sagt Dachs. „Jetzt erkennt Murmel den Weg nicht mehr.“

„Und gleich wird es ganz dunkel“, blubbert Pottwal.

„Ich bin sowieso müde", sagt Dr. Brumm und nimmt den Rucksack ab. „Wir übernachten einfach alle hier und gehen morgen weiter.“

„Na, dann zeig doch mal, was du eingepackt hast“, sagt Dachs.

„Das ist unsere Wanderausrüstung?!“, ruft Dachs.

„Nicht ganz", sagt Dr. Brumm. „Das Zelt habe ich nämlich vergessen.“

„Und etwas zu essen? Oder zu trinken?“, blubbert Pottwal. „Auch vergessen.“

„Schlafsäcke?", fragt Dachs. „Das gilt nicht“, sagt Dr. Brumm. „Die hätten wir gar nicht gebraucht, wenn ich an das Zelt gedacht hätte."

Dr. Brumm, Pottwal, Dachs und Murmel müssen im Freien übernachten.

„Gute Nacht", sagt Dr. Brumm. „Morgen früh sieht die Welt schon wieder anders aus.“

Am nächsten Morgen hat sich der Nebel gelichtet.

„Ich fasse es nicht!", ruf t Dachs. „Wir frieren uns fast die Nase ab, dabei steht direkt neben uns eine gemütliche Hütte.“

Aber Pottwal fängt freudig zu blubbern an: „Das ist doch der Milchaufzug von Bauer Hackenpiep."

„Dann muss irgendwo da oben Hackenpieps Schafweide sein", sagt Dr. Brumm. „Wir brauchen nur noch den Berg hochzuklettern.“

„Das übernehme ich!", sagt Dachs. „So ein Aufstieg ist nur etwas für geübte Kletterer . Ihr bleibt besser hier und wartet, bis ich Bauer Hackenpiep mit seinemTraktor geholt habe. Und fasst bloß nichts an.“

Aber Dr. Brumms feine Nase hat längst den Korb im Milchaufzug gewittert. „Käse, Wurst und frische Brezeln. Scheint ein Notproviant zu sein – für hungrige W anderer, die sich verlaufen haben."

„Wo das Essen nur herkommt?", blubbert Pottwal. „Keine Ahnung“, sagt Dr. Brumm. „Aber ich weiß, wohin es gleich verschwinden wird ..."

Dr. Brumm, Pottwal und Murmel machen es sich im Milchaufzug bequem.

Oben auf dem Berg freut sich Bauer Hackenpiep schon auf sein zweites Frühstück. Was ihm seine Frau wohl Leckeres in den Korb gesteckt hat?

„Tonnerwetter!", sagt Dr. Brumm, als sich der Aufzug plötzlich in Bewegung setzt. „Was für ein S ervice. Und allein für diesen A usblick haben sich die ganzen Strapazen gelohnt!“

„Wo Dachs jetzt wohl steckt?", blubbert Pottwal. „Ach, der ist sicher längst oben angekommen und lässt es sich gutgehen!“, sagt Dr. Brumm mit vollem Mund.

Bauer Hackenpiep staunt nicht schlecht, als er sieht, was für eine Überraschung in seinem Milchaufzug steckt.

„Alles Gute kommt von unten“, sagt Dr. Brumm. „Wohl wahr, wohl wahr!“, ruft Bauer Hackenpiep und schließt Murmel überglücklich in die Arme.

„Ich weiß gar nicht, wie ich euch danken soll“, sagt Bauer Hackenpiep.

„Na ja", sagt Dr. Brumm. „Meine Freunde sind von der Wanderung ziemlich erschöpft. Vielleicht können wir mit dem Traktor nach Hause fahren?“

Das macht Bauer Hackenpiep gerne!

Zu Hause hebt Dr. Brumm sein Glas und sagt: „Auf unsere Wanderung!“

„Und auf unseren Bergführer!“, sagt Dachs.

„Trotzdem …", blubbert Pottwal. „Das nächste Mal packe lieber wieder ich die Rucksäcke.“

Und dann stoßen die Freunde mit frischer Schafsmilch an.

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

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