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Die Waldfeuerwehr

Eine Geschichte von Maren von Klitzing mit Illustrationen von Petra Eimer, erschienen im ellermann Verlag.

Nach einem langen Tag kuschelte sich Nelly Waldmaus in ihrem Blätterversteck zusammen.

Sie gähnte. Wie müde sie war!

Seit heute war sie Mitglied bei der Freiwilligen Waldfeuerwehr und hatten den ganzen Tag mit den anderen Tieren geübt.

Die anderen Tiere waren: Lothar Hase und Dora Distelfink.

Dann gab es noch Siegmar, den Specht. Wenn es brannte, klopfte er so laut mit dem Schnabel gegen den Baumstamm, dass alle Feuerwehrtiere es hörten.

Nelly schloss die Augen und schlief sofort ein.

Bis Donnergrollen sie mitten in der Nacht weckte. Sie krabbelte aus ihrem Versteck.

Ein greller Blitz zuckte am Himmel, und plötzlich krachte es laut!

Dann hörte sie, wie Siegmar die Waldfeuerwehr zusammentrommelte: Nellys erster Einsatz!

Schnell setzte Nelly sich ihren Feuerwehrhelm auf und huschte zum Holundergebüsch, wo das Feuerwehrauto stand.

Auch Lothar und Dora waren schon zur Stelle und quetschten sich auf die Rückbank. Nelly klemmte sich hinter das Steuer und gab Gas.

Haarscharf steuerte sie an den Baumstämmen vorbei. Bis ihr etwas sehr Wichtiges einfiel. „Ähm, wohin müssen wir eigentlich?“

„Keine Ahnung„, piepste Dora. „Ich weiß nur, dass es brennt.“

Lothar steckte seine Schnauze aus dem Fenster und schnupperte. „Aus dieser Richtung kommt Rauch“, sagte er. „Wir müssen nach links.“

Nelly riss das Steuer rum. Die Feuerwehr raste durchs Unterholz und schreckte Rehe, Wildschweine, Füchse und Dachse auf.

Endlich erblickte Nelly das Feuer, hoch oben in einer Birke. Dort hatte ein Blitz eingeschlagen. Nelly trat auf die Bremse.

„Ich sperre die Feuerstelle ab“, rief Dora und nahm das Absperrband in den Schnabel.

Damit flatterte sie von Baum zu Baum. „Zurücktreten bitte, hier muss die Feuerwehr arbeiten“, rief sie den neugierigen Waldtieren zu, die zum Zuschauen gekommen waren.

Es war allerdings ziemlich viel Band für einen so kleinen Vogel. Immer wieder verwickelte sich Dora darin.

Währenddessen kurbelte Lothar die Drehleiter hoch. Das Feuer war ganz oben im Baum.

Mutig kletterte Nelly voran. Lothar folgte ihr zögernd.

Als sie oben war, erblickte Nelly eine Amselfamilie, die aufgeregt um den Baum herumflog. „Die Birke ist unser Zuhause“, rief Frau Amsel aufgeregt. „Unser Nest brennt.“

„Keine Sorge! Wir werden das Feuer jetzt löschen“, rief Nelly.

„Oh, das geht leider nicht“, stellte Lothar fest. „Die Schläuche sind noch im Feuerwehrwagen.“

„Dann musst du sie eben holen“, sagte Nelly.

„Nicht nötig", sagte Herr Amsel. „Seht ihr die dicke Regenwolke?“

Nelly und Lothar blickten zum Himmel. Tatsächlich, da war eine schwarze Wolke, und nun fielen auch schon die ersten schweren Tropfen.

„Wir werden ganz nass ohne unser schützendes Nest", jammerte Frau Amsel. „Und unsere Kinder werden sich noch erkälten.“

Nelly dachte nach. „Ich glaube, ich habe die Lösung“, sagte sie schließlich. „Folgt mir!“

Und so kam es, dass die Amselfamilie im Feuerwehrwagen übernachtete. Dort hatten sie es gemütlich und warm.

Nelly und Lothar befreiten Dora aus dem Absperrband. Dann machten sie sich auf den Nachhauseweg.

Wie gut, dass es die Freiwillige Waldfeuerwehr gab.

Ende der Geschichte! Schlaf schön!

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