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Conni geht auf Reisen

„Nein, Fridolin passt wirklich nicht mehr ins Auto“, sagt Papa zu Conni.

Die schleppt gerade ihr großes grünes Gummikrokodil an.

Conni schmollt. Ohne Fridolin will auch sie nicht an die Nordsee. Dort wollen sie Urlaub machen.

Mama lässt einfach die Luft aus dem Krokodil. Jetzt kann die Fahrt losgehen.

Conni hört ihre Lieblings-CDs und guckt aus dem Fenster.

Sie sieht grüne Wiesen und Weiden mit Pferden und Kühen. Und immer wieder Windräder. Mama erklärt, dass die Strom erzeugen.

Bald ist eine andere Frage für Conni viel wichtiger: Wie weit ist es noch?

Endlich! Das Meer! Conni will sofort an den Strand.

Aber Papa fährt erst mal zur Ferienhausanlage hinterm Deich. „Moin“, grüßt die Frau an der Anmeldung.

Sie gibt ihnen den Schlüssel für das Haus Nr. 4. Die gleiche Hausnummer wie zu Hause! Aber das Ferienhaus sieht ganz anders aus.

Das Wohnzimmer und die Küche sind viel kleiner und nur durch einen Tresen voneinander getrennt.

Im Kinderzimmer gibt es kein Spielzeug und nur ein Bett. Zum Glück ist im Wandschrank noch ein Babybett für Jakob.

Zusammen packen sie die Koffer aus. Und die Strandtasche ein, damit Conni endlich im Meer planschen kann.

Der Strand ist schon voller Leute. Papa mietet einen Strandkorb und Conni zieht ihre Sandalen aus. Der Sand ist warm und weich.

Conni will sofort ins Wasser. „Halt! Erst eincremen!“, ruft Mama.

Conni wirft sich mit Fridolin in die Wellen. Und taucht prustend wieder auf. Das Wasser ist noch salziger als an der Ostsee!

Neben Conni hüpft ein anderes Mädchen.

„Geh nicht so weit rein, Mafie“, ruft ihre Mutter vom Strand.

„Eigentlich heißt sie Marie-Sofie“, sagt sie lächelnd zu Connis Mutter. Die steht am Wasser, um auf Conni aufzupassen.

Und bald hüpfen Conni und Mafie zu dritt – mit dem Krokodil Fridolin in der Mitte.

Am Abend hat Conni tüchtig Hunger. Aber der Kühlschrank ist leer. Und der kleine Supermarkt hat schon zu. Deshalb essen sie in der „Piratenklause“.

Conni will wie immer Spaghetti mit Tomatensoße haben. Doch die stehen hier leider nicht auf der Speisekarte.

Schließlich bestellt sie Bratkartoffeln „mit ohne Hering“. Mhm, sind die lecker!

Danach ist Conni wirklich müde. Trotzdem möchte sie noch eine Gute-Nacht-Geschichte hören.

Papa erzählt vom Piraten Klaus, der einst hier am Meer gelebt hat.

Später sitzen Papa und Mama auf der Terrasse des Ferienhauses.

Und Conni träumt von Piratenschiffen, Goldschätzen und Krokodilen.

Am nächsten Morgen kaufen Mama und Conni Brötchen.

Gleich nach dem Frühstück geht es wieder an den Strand.

Aber das Meer ist weg! Erstaunt blickt Conni auf eine endlose Fläche aus braun-schwarzem Schlick.

„Das ist das Watt", erklärt Mama. „Jetzt ist Ebbe.“ „Und was machen wir nun?“, fragt Conni. „Eine Wattwanderung“, sagt Papa.

Am Strandkiosk warten schon Mafie, ihre Eltern und einige andere Leute.

Das Watt fühlt sich ganz rutschig und weich an.

Der Schlick matscht und quatscht zwischen Connis Zehen hervor.

Es riecht nach Modder, Fisch, Meer und Salz.

Kreischend fliegen Möwen über ihre Köpfe.

Und plötzlich läuft direkt vor Connis Füßen eine Strandkrabbe zu Mafie!

Am Nachmittag ist das Meer wieder da.

Conni und Malfie haben ihre Badesachen angezogen und laufen am Wasser entlang.

Was sie hier alles finden!

Glibberige Quallen, leere Krebspanzer, glatt gespülte Hölzer, Blasentang, Möwenfedern, Muschelschalen und einen schön gestreiften Stein.

Am nächsten Tag ist es zum Baden zu kalt. Doch es ist genau das richtige Wetter für eine Fahrradtour zum Leuchtturm.

Mama und Papa leihen sich Fahrräder aus. Für Conni wird ein kleines rotes Rad an Mamas Fahrrad angehängt.

Sie fahren hoch oben auf dem Deich.

Mitten auf dem Deich steht mit einem Mal eine Herde Schafe. Mama hält an.

Conni steigt ab und streichelt die wolligen Tiere. Auch Jakob greift tief in die Wolle. „Mäh", sagt das Schaf. „Mämämä“, sagt Jakob.

Nach einer Weile erreichen sie den Leuchtturm.

Zweimal in der Woche öffnet ihn der alte Leuchtturmwärter für Besucher.

Auf einer schmalen Wendeltreppe gehen sie zuerst in die alte Wohnung des Leuchtturmwärters

Dann steigen sie weiter hoch bis zur Turmspitze. Hier hat man eine tolle Aussicht auf Land und Meer.

Der Leuchtturm zeigt den Schiffen auch heute noch den richtigen Weg zum Hafen, besonders bei Nacht und Nebel. Aber die Lichter werden jetzt elektronisch gesteuert.

Auf dem Rückweg hört Conni plötzlich ein Heulen.

Als sie näher kommt, sieht sie einen kleinen Seehund. Ganz alleine liegt er im Sand.

Conni will ihn streicheln und trösten. Aber Papa ruft: „Halt! Nicht anfassen!“

Seehundmamas erkennen ihre Babys nicht wieder, wenn man sie berührt und so ihren Geruch verändert.

Mama ruft mit dem Handy bei der Seehundstation an. Die Leute versprechen, sich um den kleinen Heuler zu kümmern.

Aber jetzt sollen sie ihn wieder alleine lassen. Oft kommen die Seehundmamas zurück.

Immer wieder muss Conni an das einsame Seehundbaby denken.

Mama ruft noch einmal bei der Seehundstation an. Dort ist der kleine Seehund nicht. Also hat seine Mama ihn abgeholt!

Glücklich bummelt Conni mit ihrer Familie durch den Ort.

Dort treffen sie Mafie und ihre Familie. Sie verabreden sich für einen gemeinsamen Ausflug zu den Seehundbänken. Mafie möchte unbedingt das Seehundbaby sehen!

Am letzten Abend essen Connis und Mafies Familie zusammen in der „Piratenklause“.

Danach beobachten sie am Strand den wunderschönen Sonnenuntergang. Schade, dass der Urlaub zu Ende ist.

Conni schenkt Mafie zum Abschied eine schöne rosa Muschel.

Mafie hat für Conni einen roten Wollfaden durch eine Herzmuschel mit Loch gezogen.

Conni hängt sich die Kette gleich um. Und Papa macht ein Foto von den beiden Freundinnen.

Am nächsten Morgen gibt es viel zu tun.

Conni fegt ihr Zimmer im Ferienhaus. Wie viel Sand sich da angesammelt hat!

Unterm Bett entdeckt sie doch tatsächlich Fridolin!

Conni trägt ihn schnell zum Auto. „Tschüss, Ferienhaus, tschüss Meer!“, ruft sie, bevor die Fahrt nach Hause losgeht.

Ende der Geschichte! Schlaf schön!

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