jetzt drucken

3 Ostergeschichten aus "Hurra, es ist Ostern"

Geschichten von Claudia Ondracek mit Illustrationen von Susanne Schulte, erschienen bei ellermann im Dressler Verlag.

Ferien für den Osterhasen

Osterhase Oskar will Urlaub machen. Nicht im Sommer, da ist es ihm zu heiß. Nicht im Herbst, da regnet es zu viel. Und auch nicht im Winter, da friert er so leicht. Oskar will Urlaub im Frühling machen. Doch im Frühling ist Ostern. Und wer versteckt dann die Ostereier?

„Ich brauche eine Vertretung“, überlegt Oskar. „Vielleicht kann mir ja einer meiner Freunde helfen?“

Oskar lädt alle seine Freunde zu Möhrenkuchen und Möhrensaft ein. Er erzählt ihnen von seinem Plan.

„Ich bin viel langsamer als du“, erklärt Schildkröte Susi. „Ich kann in einer Nacht höchstens drei Eier verstecken!“

Oskar schüttelt den Kopf. „Das geht nicht“, sagt er. „Ich muss viel mehr Eier verteilen.“

„Und ich brauche alle zwei Stunden ein Schlammbad“, sagt Willi Wildschwein. „Sonst kann ich nicht arbeiten!“

Oskar schaut Willi entsetzt an. „Aber wenn du voller Schlamm bist, werden ja auch die bunten Eier dreckig“, sagt er. „Das geht auch nicht!“

Eichhörnchen Emil weiß nur Verstecke in den Bäumen, Maulwurf Maja unter der Erde und Bernd Biber im See.

„Da finden die Kinder die Eier nie“, murmelt Oskar. Er ist verzweifelt. Keiner kann ihn vertreten – dabei würde er so gerne Urlaub machen.

„Mach doch einfach Ferien zu Hause“, schlägt Willi Wildschwein vor. „Das kann auch ganz gemütlich sein!“

„Gemütlich?!“, sagt Oskar. „Zu Ostern muss ich Eier verstecken, und sonst ist alles wie immer. Wie soll ich mich da erholen?“

„Dann nimm doch ab und zu ein Schlammbad mit mir“, schlägt Willi Wildschein vor. „Das entspannt!“

„Und danach legst du dich zu mir in den See“, meint Bernd Biber. „Das erfrischt!“

„Und ich grabe dir eine gemütliche Schlafkuhle“, sagt Maulwurf Maja. „Da kannst du dich ausruhen!“

Eichhörnchen Emil hat noch viele Nüsse, Eicheln und Samen. „Daraus kann ich uns etwas Leckeres kochen“, meint es.

„Genau“, ruft Schildkröte Susi. „Und ich bringe noch etwas Salat aus dem Gemüsegarten mit!“

Osterhase Oskar strahlt. „Das klingt ja wunderbar“, sagt er. „Urlaub mit Freunden ist doch am allerschönsten!“

Auf Osterhasenlauer

„Ich will den Osterhasen sehen“, sagt Jan.

„Ich auch“, sagt Jans kleine Schwester Jola. „Ich will auch den Osterhasen sehen!“

„Das geht nicht“, erklärt ihr Jan. „Da muss man die ganze Nacht aufbleiben und lauern. Dazu bist du zu klein.“

Mama lacht. „Und wo willst du lauern?“, fragt sie. „Nachts ist es draußen noch ganz schön kalt.“

Das hat sich Jan schon überlegt.

„Im Zelt“, sagt er. „Im Schlafsack ist mir nicht kalt.“

„Ich will auch im Zelt schlafen“, ruft Jola. „Wenn Jan dabei ist, habe ich keine Angst.“

„Ich auch nicht“, sagt Jan da und guckt Jola an. „Wenn Jola bei mir ist, habe ich auch keine Angst.“

Mama ist einverstanden. Sie bauen das Zelt im Garten auf. Sie legen die Schlafsäcke und Plüschtiere hinein. Mama stellt noch Tee und etwas zum Knabbern vors Zelt.

„Wer nachts lauert, braucht eine Stärkung“, sagt sie.

Als es dunkel wird, bringt Mama die beiden ins Zelt. Mit der Taschenlampe leuchten sie noch einmal den ganzen Garten ab.

„Alles normal“, sagt Jan. „Jetzt müssen wir ganz leise sein. Dann kommt der Osterhase bestimmt.“

„Bestimmt“, sagt Mama und gibt Jan und Jola einen dicken Gutenachtkuss.

„Die Terrassentür ist offen. Ihr könnt jederzeit ins Haus kommen.“

Jan und Jola starren gespannt ins Dunkel. Überall bewegen sich Schatten. Plötzlich ruft ein Uhu. Und im Gemüsebeet raschelt es. Jan knipst die Taschenlampe an.

„Das ist nur ein Igel“, flüstert er.

Im Haus geht das Licht aus. Jetzt ist es stockfinster. Sogar der Mond versteckt sich hinter den Wolken.

Jola rückt näher an Jan heran. Der gähnt laut. Da klappert das Gartentor. Ist das etwa der Osterhase?

Aber niemand hoppelt über den Rasen.

Es war nur der Wind. Jan gähnt schon wieder. Und Jolas Kopf liegt plötzlich auf seinem Schoß.

„Schläfst du schon?“, fragt Jan leise. Aber Jola antwortet nicht. Vorsichtig legt Jan Jola in den Schlafsack. Ob er sich vielleicht auch kurz ausruhen soll?

„Guten Morgen“, hören sie plötzlich Mamas Stimme. „Ihr habt den Osterhasen ja wirklich getroffen!“

Und tatsächlich: Vor dem Zelt stehen zwei Osternester. Wann der Osterhase die wohl gebracht hat?

Der Ostereier-Wettbewerb

Die jungen Osterhasen sind furchtbar aufgeregt. Heute ist der große Ostereier-Wettbewerb. Wer die Eier am schönsten bemalt, darf dieses Jahr zum ersten Mal mit zum Ostereierverstecken.

Paula hat zehn verschiedene Farbtöpfe und viele Pinsel mitgebracht. Je bunter die Eier werden, umso schöner.

Fabian hat eine riesige Packung Filzstifte dabei. „Mit besonderer Leuchtkraft“, steht darauf.

Juri will die Eier mit selbstklebendem Buntpapier verzieren.

„Das gibt schöne Muster“, meint er.

Und Moritz hält stolz seine bunten Aufkleber hoch: Sterne und Herzen, Blumen und Tiere.

„Jetzt fehlt nur noch Leo“, sagt Gaby, die Osterhasen-Lehrerin.

In diesem Moment kommt er auch schon angehoppelt. In seinem Korb hat er Klebstoff, braunes Packpapier und bunte Bindfäden.

„Du hast wohl mal wieder geschlafen“, sagt Moritz. „Wir sind hier doch nicht bei der Post!“

Die anderen Osterhasen kichern.

Leo guckt sie wütend an. „Wartet nur ab“, ruft er.

„Hört auf zu streiten“, sagt Gaby da. „Fangt lieber an!“

Das lassen sich die jungen Osterhasen nicht zweimal sagen: Sie pinseln und malen, sie schnippeln und kleben. Paula kleckert wie wild mit ihren Farben herum. Und Juris Buntpapier flattert über die Wiese. Bald liegt ein buntes Ei nach dem anderen im Gras.

Nur Hase Leo hoppelt noch herum: Er pflückt Gräser und Blüten. Als sein Korb voll ist, setzt er sich vor seine Eier: Mit Klebstoff klebt er bunte Blüten auf die Eier. Ein paar Eier packt er in braunes Packpapier und klebt dann Gräser darauf. Um andere wickelt er kreuz und quer bunte Bindfäden. Die anderen Osterhasen staunen: Leos Eier sehen toll aus.

Gaby guckt sich alle Eier an. „Ein Ei ist schöner als das andere. Da kann ich mich gar nicht entscheiden“, sagt sie. „Ihr dürft dieses Jahr alle fünf mit zum Ostereierverstecken!“

Paula, Fabian, Juri, Moritz und Leo jubeln. Zusammen macht das Eierverstecken bestimmt auch viel mehr Spaß!

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

Oder noch nicht genug vorgelesen?

Hier findest du weitere Geschichten.

weiterlesen

Lesezeichen hinzugefügt

Du hast für diese Geschichte auf diesem Gerät ein Lesezeichen gesetzt. Wenn du sie das nächste Mal öffnest, kannst du an der markierten Stelle fortfahren.

ok, verstanden