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Der Traumsegler. 33 Gutenachtgeschichten zum Vorlesen

Eine Geschichte von Anna Taube und Barbara Rose, mit Illustrationen von Betina Gotzen-Beek, erschienen im Loewe Verlag.

Hier kommt der erste Teil der Geschichten!

Flieg, kleiner Traumsegler, flieg!

Der kleine Traumsegler lässt sich von einer freundlichen Abendbrise über das Wolkenmeer tragen.

Nachtblau liegt es unter ihm.

Wattig weich, wie eine frisch aufgeschüttelte Bettdecke.

„Hallo, kleiner Traumsegler!", rufen die Wolken. „Komm zu uns!“

Auf diese Einladung hat der kleine Traumsegler nur gewartet! ?

Er liebt es, im Wolkenmeer zu fliegen.

Schon sieht er die Träume, die sich überall in den Wolken tummeln: lange Träume, kurze Träume, dünne Träume, dicke, kunterbunte und gestreifte Träume, lustige Träume und süße Träume.

Solche fischt er am liebsten aus dem Wolkenmeer. Denn sie erzählen die allerschönsten Geschichten!

Ganz hinten ragt ein nackter grauer Felsen aus dem Wolkenmeer.

Dort tummeln sich die bösen Träume.

Die gibt es leider auch, aber um die macht der Traumsegler einen weiten Bogen!

Die machen nur schlechte Laune.

„Tauch ein!“, locken die Wolken begeistert.

„Ich komme!“

Schon hat er einen wunderbaren Traum im Wolkenmeer entdeckt. Eine bunt schillernde Traumgeschichte!

Er holt tieeeef Luft … und geht in den Sturzflug.

Hinab, hinab, hinab … und hinein ins Wolkenmeer!

Weich umschließen ihn die Wolken und bringen ihm den wunderbaren Traum herbei.

Hopp! ist der Traum aufgesprungen.

Der Traumsegler hält ihn ganz fest.

Er taucht aus dem Wolkenmeer auf und huuui! geht die Reise los!

„Flieg, Traumsegler, flieg!“, rufen die Wolken ihm nach.

Wohin er wohl fliegt?

Vielleicht zu dir?

Das neue Lieblingsspiel

Sollen wir noch ein bisschen Wackelturm spielen?“, fragt Opa vor dem Abendessen.

Lara schüttelt den Kopf. „Langweilig.“

„Und wie wäre es mit einem Kartenspiel?“

Lara gähnt. „Nicht schoooooon wieder!“

Opa sieht nach draußen, sieht zum blauen Himmel, über den jede Menge helle Wolken ziehen.

Er grinst. „Na gut. Mir fällt was Neues ein. Komm mit!“

Opa läuft in den Garten und legt sich mitten auf die Wiese.

Die Luft ist warm und duftet nach frisch gemähtem Gras.

„Genau die richtige Stimmung fürs Wolkenraten. Komm, Lara.“

Mit der flachen Hand deutet er auf die Stelle neben sich.

Misstrauisch legt sich auch Lara hin und starrt in den Himmel.

„Unglaublich!“, meint Opa. „Da sehe ich doch gleich einen Drachen. Der sieht ganz schön gefährlich aus.“

Lara folgt mit ihrem Blick Opas ausgestrecktem Zeigefinger.

„Du hast recht, Opa, jetzt sehe ich ihn auch!“ Lara staunt. „Meinst du, ich finde auch was?“

Opa nickt. „Klar. Du musst ein bisschen Geduld haben und genau hinsehen.“

Lara kneift die Augen zusammen.

„Schau mal, Opa!“, ruft sie begeistert. „Dahinten, die Wolke sieht aus wie ein Raumschiff.“

Opa blinzelt. „Und was für ein riesiges Ding. Das landet bestimmt gleich neben uns.“

Lara lacht. „Ich sehe schon wieder was. Da ist ein Wolf, Opa. Boah, der hat aber lange Zähne!“

„Hoffentlich will er uns nicht das Abendessen wegfressen“, überlegt Opa und sieht auf die Uhr. „Es ist Zeit, wir müssen reingehen.“

Lara seufzt. „Schade."

Sie knufft Opa sachte in die Schulter. „Das Spiel gefällt mir. Machen wir morgen wieder Wolkenraten?“

Max Mäusepirat

Max Maus seufzt.

Die Fahrt auf dem Piratenschiff hat er sich anders vorgestellt.

Schon zweimal hat er Kapitän Kralle gesagt, dass er auch Pirat werden will.

Doch der Kapitän hat nur vor Lachen gegrölt. „Eine Maus? Verdammt guter Witz!“

Auch die Mannschaft hat gekichert.

Bis auf Knut, der Schiffskoch. Knut hat Max auch einen winzigen Dolch geschenkt.

Mit dem hat der Mäuserich fleißig geübt.

Bis die Piraten fette Beute machen.

Den ganzen Abend feiern sie und fallen später todmüde in ihre Hängematten.

Keiner bemerkt das Schiff mit der blutroten Flagge. Das Schiff von Piraten-Paul!

Nur Max, der im Ausguck sitzt, erspäht es. „Piraaaten!“, schreit er.

Sofort sind alle wach und bis an die Zähne bewaffnet.

Ein heftiger Kampf beginnt.

Am Ende sind beide Mannschaften völlig erledigt, nur die beiden Kapitäne kämpfen weiter.

Max Maus lässt sie nicht aus den Augen.

Als Kapitän Kralle am Boden liegt und Piraten-Paul gerade sein Messer hebt, holt Max Maus aus.

Mit seinem kleinen Dolch sticht er in Piraten-Pauls Po.

„Autsch“, schreit der und lässt sein Messer fallen.

Sofort ist Kapitän Kralle wieder auf den Beinen und hält seinem Gegner den Säbel unter die Knubbelnase. „Ergib dich, du stinkender Wasserfloh!“

Piraten-Paul nickt zerknirscht. „Meinetwegen. Aber wer zum Teufel hat dir geholfen?“

Finster sieht er sich auf dem Deck um.

Und da steht Max und grinst.

„Schleimgrüne Seegurke“, brummt Piraten-Paul, „ein Mäuschen hat mich besiegt?“

Kapitän Kralle hebt Max in die Höhe. „Kein Mäuschen, sondern MäusePirat Max! Unser bester Mann an Bord.“

Knut, der Koch, und der Rest der Bande jubeln.

Das Traumhaus

Mama hat Evi und Tina einen großen Eimer voll Straßenkreide geschenkt.

Damit malen sie ein tolles, großes Haus auf das Pflaster. Es hat acht Stockwerke und einen Turm!

Natürlich gibt es auch eine Küche und im Wohnzimmer steht ein riesiger Fernseher, fast so groß wie im Kino! .

„Jetzt fehlt aber noch das Klo!“, findet Evi.

„Und ein Süßigkeitenzimmer voller Schokolade und Gummibärchen!“, sagt Tina.

Also malen sie noch Zimmer Nummer neun und zehn zum Haus dazu.

„Der größte Raum ist das Kinderzimmer“, sagt Evi.

„Weißt du was? Ich male eine Schaukel rein. Die wollte ich schon immer haben. Oh, und statt einer Treppe gibt es eine Rutsche, das macht viel mehr Spaß!“

Die kleine Katze Lucy steht auf der Mauer und beobachtet die Kinder aufmerksam. Was die da wohl machen?

Das muss sie sich genauer ansehen. Auf weichen Pfoten landet sie … im Wohnzimmer.

„Lucy braucht ein Sofa!“, ruft Evi begeistert.

Die Katze schnuppert an den Kreiden. Sonderlich interessant riechen sie ja nicht, aber an dem Eimer kann man sich wunderbar den Kopf schubbern.

„Komm, Lucy, dein Sofa ist fertig!", lockt Evi.

Lucy guckt nur unbeeindruckt. Evi geht auf sie zu.

„Schau doch mal, da-ha!“ Sie deutet auf ihr Kreide sofa, doch die Katze rührt sich nicht.

Da greift Tina Lucy unterm Bauch und trägt sie zum Kreidesofa.

„Spiel doch mal mit“, bittet sie leise.

Aber Lucy denkt gar nicht dran. Rasch windet sie sich aus Tinas Griff und springt in den Nachbargarten.

„Olle Spielverderberin“, murmelt Tina.

„Ach was“, sagt Evi. „Dann setzen wir uns eben auf das Sofa und glotzen stundenlang fern!“

Im Traumhaus darf man nämlich einfach alles.

Besuch bei Tante Walpurga

P apa hat schlechte Laune. Mama ist fix und fertig. Und Sofie und Jonas freuen sich!

Heute besuchen sie Tante Walpurga – und das ist die verrückteste, lustigste Person, die sie kennen.

„Hoffentlich gibt es nicht wieder Sahnetorte mit Schinkenspeck“, seufzt Mama.

„Weißt du noch, als sie Schrauben ins Gulasch gerührt hatte?“, fragt Papa. „Angeblich, damit es eisenhaltiger ist. Meine Tante hat eindeutig selber eine Schraube locker!“

Die ganze Fahrt über erzählen sie solche Sachen – Sofie und Jonas haben schon Bauchweh vor Lachen.

Mama und Papa lachen nicht.

Als sie vor dem kleinen, bunten Haus ankommen, das mitten in einem wilden Blumengarten steht, springen Sofie und Jonas aus dem Auto.

Tante Walpurga erwartet sie schon mit offenen Armen.

„Meine Hurzelpurzelschnurzelchen!", ruft sie. „Kommt gleich mit nach hinten in den Gemüsegarten. Ich muss euch etwas zeigen!“

Mama und Papa bleiben verdattert am Gartentor stehen.

Aber Sofie und Jonas laufen Tante Walpurga schnell hinterher.

„Na, ist die nicht sensationell?“, ruft sie und deutet auf eine riesige Sonnenblume.

Sofie und Jonas legen die Köpfe in die Nacken. Unglaublich!

Die muss fast drei Meter hoch sein.

„Jaja“, sagt Tante Walpurga, „ich denke, sie wird noch bis in den Himmel wachsen. Dann werde ich an ihr hinaufklettern und den Vögeln die Bäuche kitzeln!“

Sofie und Jonas kichern. „Oh ja, nimmst du uns mit?“, fragen sie.

Tante Walpurga nickt. „Selbstverständlich, dann macht es noch mehr Spaß. Aber zuerst müsst ihr meine neuste Kuchenkreation probieren: Pflaumendatschi mit Petersilienstreuseln. Und zum Nachtisch gibt es Paprika-Pudding. Kommt!“

Schwimmstunde für Siri Seelöwenkind

Ganz im Westen Nordamerikas, wo das Land schon aufhört und der Ozean beginnt, lebt Siri, das kleine Seelöwenkind.

Mit ihrer Mama und ihrem Papa und Hunderten anderen Seelöwen wohnt sie am Strand. !

Wo so viele Seelöwen dicht zusammen sind, ist ganz schön was los!

Die Seelöwenpapas brüllen, die Seelöwenmamas kümmern sich um ihre Babys und die älteren Seelöwenkinder planschen im Wasser.

„Siri ist jetzt zehn Tage alt“, sagt Papa Seelöwe. „Höchste Zeit, schwimmen zu lernen.“

„Ich weiß doch gar nicht, wie das geht“, stammelt Siri.

„Papperlapapp“, sagt Papa. „Das ist ganz einfach. Mama zeigt es dir.“

Dann brüllt er noch ein bisschen lauter als Nachbar Logan, denn natürlich will er der Lauteste sein.

„Na komm“, sagt Mama und gibt Siri einen sanften Schubs Richtung Wasser. „Du wirst sehen, es wird dir Spaß machen!“

Aber das Wasser sieht dunkel aus und die Wellen sind hoch.

Da stößt Mama Siri mit der Schnauze an und sie kullert, kullert …, bis sie – platsch! – im Wasser landet.

Die Wellen schlagen über ihr zusammen. Aber da ist schon Mama!

Sie ist dicht bei ihr und zeigt, wo es nach oben geht. Siri taucht auf, holt Luft – und schwimmt!

Sie bewegt die Flossen. Es ist wirklich ganz einfach!

Im Wasser ist sie viel schneller als an Land.

„Juhu!“, jubelt sie.

Sie saust los und zieht eine silberne Schnur aus winzigen Luftbläschen hinter sich her.

„Das machst du prima“, lobt Mama. „Weißt du, wir Seelöwen sind die geborenen Schwimmer. Wir verbringen den größten Teil unseres Lebens im Wasser und können sogar bis zu hundert Meter tief tauchen.“

Siris Augen leuchten. Schwimmen ist toll!

Und morgen will sie tauchen lernen!

Ohne Brommel Bär geht es nicht!

Emil darf bei seinem Kindergartenfreund Fadil übernachten. Zum ersten Mal!

„Ich packe", ruft er laut. „Allein!“

Er schnappt sich seinen Rucksack, legt den blauen Schlafanzug mit den Punkten hinein, seine Zahnbürste, Zahnpasta und ein Handtuch.

Fehlt nur noch Brommel Bär, sein Kuscheltier.

Gerade als er ihn holen will, klingelt das Telefon.

Fadil ist dran. „Vergiss deinen Ritterhelm nicht“, sagt er zu Emil.

Gut, dass Fadil anruft, Emil hätte nicht daran gedacht.

Aber damit spielen die beiden am liebsten. Also hinein in den Rucksack.

„Fertig!“, ruft Emil.

Am Abend spielen sie bei Fadil Ritter, essen Pizza und machen Popcorn. So lecker!

Als Fadils Mama sie ins Bett schickt, zieht Emil schnell den Schlafanzug an.

Er wäscht sich und putzt die Zähne.

Fadils Mama hat eine Matratze neben Fadils Bett gelegt. Gemütlich sieht das aus!

Jetzt nur noch Brommel geschnappt und ab unter die weiche Federdecke.

„Brommel? Brommel Bär?“ Emil durchwühlt den Rucksack.

Er sieht im Bett nach, im Badezimmer, sogar unter dem Esstisch.

Aber sein Bär ist nicht da.

„Ohne Brommel kann ich nicht schlafen“, wispert Emil.

Dicke Tränen kullern über seine Wangen.

Fadil drückt sein Krokodil an sich. „Kann ich verstehen. Und jetzt?“

„Ich will nach Hause", schluchzt Emil. „Zu Brommel.“

In diesem Moment klingelt es an der Haustür, kurze Zeit später schlurft Emils großer Bruder ins Zimmer.

„Ich hab da was für dich“, sagt Luis und zieht Emils Bären hervor.

„Brommel lag ganz allein zu Hause. Der hat bestimmt Angst, ohne dich zu schlafen. Kann er bei dir bleiben?“

Emil schnappt sich seinen Kuschelbär, wischt die Tränen weg und sagt mit fester Stimme.

„Klar, du kannst gehen, Luis. Ich pass schon auf Brommel auf.“

Ausflug der Flupspuper

"Aaaachtung! Alle Flupspuper aussteigen. Ziel erreicht!“

Mit einem lauten Zischen öffnet sich die Luke und ein Dutzend kleine Flupspuper fallen, purzeln und kullern auf den Planeten Nanobo.

Dabei werden die Fühler der kleinen Flupspuper ziemlich zerdrückt, aber das stört keinen.

„Aaaachtung! Alle Flupspuper Spielgeräte auspacken.“

Die Stimme gehört Flupwu, einem großen Flupspuper und Erzieher der kleinen Außerirdischen.

Natürlich passt er nicht allein auf die wilde Horde auf, dabei hilft ihm der kleine Roboter Flong.

Der Kindergarten-Ausflug vom Planeten Flupspup kann also losgehen.

Sofort wuseln, rasen und rennen die kleinen Flupspuper durch die Gegend.

Sie packen ihre Eimer und Schaufeln aus ihren Bauchtaschen, stürzen sich in den Sand, der nur hier auf dem Planeten Nanobo so fein und tief und wunderbar zum Toben ist.

Viele Stunden spielen die kleinen Flupspuper sehr eifrig.

Aber dann geht es los: „Ich hab Hunger. Ich hab keine Lust mehr. Ich muss mal ganz doll pupen“, rufen sie wild durcheinander.

Flupwu nickt. „Aaaachtung! Essen auspacken!“

Jetzt teilt der Roboter Flong die Vorräte aus: je eine rote Sattmachkugel für alle roten Flupspuper, eine blaue für die blauen, eine grüne für alle grünen und so weiter und so weiter.

„Hm, schmeckt lecker!“, ruft ein kleiner hellgrüner Flupspuper und pupt zur Bestätigung ziemlich kräftig.

Das heißt, dass es ihm gut geschmeckt hat. Alle machen es ihm nach.

„Pröööt! Tröööt! Puuuup!“, schallt es über den Planeten Nanobo.

„Aaaachtung! Mittagsschlaf“, weist Flupwu seine Kindergarten-Puper an.

Alle strecken sich sofort auf dem weichen Sand aus und fangen an zu schnarchen.

„Krrrrrr! Puuuuh!“, dröhnt es nun auf dem ganzen Planeten.

Das Erdbeerglück

Die Erdbeeren sind reif“, sagt Mama. „Magst du mir beim Pflücken helfen?“

Das will Moritz gern! Er schnappt sich seinen Korb und folgt Mama in den Garten.

Im Frühling haben Mama und er kleine Erdbeerpflanzen in die Erde eingesetzt.

Sie wurden immer größer, und als sich die ersten grünen Erdbeeren gezeigt haben, hat Mama Stroh unter den Pflanzen ausgelegt, damit die Früchte später nicht auf der nackten Erde liegen.

Und nun sind sie also reif!

Rot und saftig leuchten die Beeren unter den grünen Blättern hervor.

Vorsichtig pflückt Moritz eine Erdbeere und steckt sie in den Mund. Wie süß die sind!

Als ihre Körbe voll sind, bringen Moritz und Mama sie in die Küche. Einen ganzen Kochtopf voll haben sie gepflückt!

„Jetzt zaubern wir aus den Erdbeeren eine leckere Marmelade“, sagt Mama und gibt Gelierzucker zu den Erdbeeren.

Solange der Topf noch nicht heiß ist, darf Moritz rühren. Dann übernimmt Mama.

Die Erdbeeren werden zu einem dicken Brei. Als er blubbert, rührt Mama schnell, damit nichts anbrennt.

„Simsalabim!“, ruft Moritz, um seiner Mama zu helfen.

Er hätte nicht gedacht, dass Zaubern so einfach ist.

Denn schon gießt sie, schwupp!, die Erdbeermasse in saubere Marmeladengläser.

Sie schöpft den Schaum ab, schließt die Gläser und stellt sie auf den Kopf.

Moritz nascht vorsichtig von dem Schaum.

„Genau so schmeckt Glück!“, meint er genießerisch.

Mama lacht. „Wenn die Marmelade kalt geworden ist, gönnen wir uns eine leckere Erdbeerstulle.“

Darauf freut sich Moritz jetzt schon.

Und bis dahin schleckt er den restlichen Schaum von dem Teller, bis der wieder ganz blank ist.

Meerzauber

Heute ist herrliches Wetter. Papa ist mit Adrian und Marie zum Baden an den Strand gefahren.

Aber jetzt döst Papa in der Sonne und Adrian und Marie tauchen nach Muscheln.

Gerade will Adrian nach einer schönen greifen, da tippt ihn Marie an und deutet auf … ein Mädchen mit grünen Haaren!

Adrian macht große Augen.

Das Mädchen lächelt ihnen zu, dann greift es in eine Tasche und wirft etwas Glitzerndes über die Geschwister.

„Jetzt könnt ihr mich auch verstehen.“

Das Mädchen lacht leise. „Das ist Meerzauber. Damit könnt ihr unter Wasser atmen.“

Adrian macht den Mund vorsichtig auf, aber Marie ruft schon: „Wer bist du denn? Deine Haare sind ja grün!“

„Ja, schön, nicht?“, fragt das Mädchen. „Ich bin Marina, das Meermädchen, und wohne in dieser Bucht. Kommt, ich zeige euch mein Zuhause!“

Sie nimmt die Geschwister an den Händen und zieht sie mit sich in die Tiefe.

Der Meeresgrund ist mit Wasserpflanzen bewachsen und bunte Fische grüßen unterwegs freundlich mit den Flossen.

Das Wasser wird immer dunkler. Bis sie plötzlich in einem kleinen Dorf ankommen.

Statt Laternen beleuchten Anglerfische die tangbedeckten Straßen.

Marina schwimmt in ein Haus, in dessen Vorgarten Seeanemonen in der Strömung schweben.

„Hier ist mein Zimmer“, sagt Marina fröhlich.

Adrian und Marie blicken verblüfft von Marinas Schlafmuschel zu einem Schneckenstuhl und zu einer alten Schatztruhe voller Spielzeug.

„Marina!“, ruft da ein roter Fisch und schwimmt durch das Fenster auf sie zu. „Wollen wir Fischefangen spielen?"

Er tippt sie an und ruft: „Du bist!“

Marina kichert. „Auf ihn!“, fordert sie Adrian und Marie auf.

Den ganzen Nachmittag spielen sie Fischefangen.

„Na, wie war’s im Wasser?“, fragt Papa, als er aufwacht.

„Sehr schön“, sagt Marie und lächelt Adrian geheimnisvoll zu.

Nachts im Wald

Schuri, Buri und Hu wachen auf.

In der Baumhöhle ist es finster, aber mit ihren Eulenaugen können sie trotzdem prima sehen. Mama und Papa sind schon unterwegs auf Futtersuche.

Schuris Magen knurrt. „Meint ihr, Mama und Papa sind noch lange weg?“

„Ich frag mich ja, wie es draußen ist", sagt Hu. „So nachts im Wald.“

Buri steckt den Kopf aus der Baumhöhle – und zieht ihn sofort zurück.

„Jemand Unsichtbares hat mich gestreichelt“, flüstert sie erschrocken.

Schuri kichert. „Das ist bestimmt der Wind, von dem Papa immer erzählt. Der tut uns nichts. Wer ist sonst noch so da?“

Eines nach dem anderen schlüpfen die neugierigen Eulenkinder aus der Höhle.

Mit den Krallen halten sie sich gut am dicken Ast fest.

Fliegen können sie noch nicht, das müssen ihnen Mama und Papa noch beibringen.

Plötzlich grunzt es unter dem Ast.

„Hu!“, ruft Hu ängstlich. „Hä?“

Ein Tier mit dicken Borsten steht unter dem Ast und schaut hinauf. „Ach, guck an, die Eulenkinder! Ich bin Rosi, das Wildschwein.“

„Hallo, Rosi", piepst Buri. „Suchst du auch Futter, wie Mama und Papa?“

Rosi nickt. „Wir Wildschweine schnüffeln nach Wurzeln und Pilzen und nachts werden wir dabei weniger gestört.“

„Geht uns Rehen auch so – meistens!“, sagt ein schlankes Tier mit großen Augen. „Rosi, sei doch bitte leiser.“

Schon ist das Reh wieder verschwunden.

„Hallo, Rosi“, sagt da ein Tier mit Streifenfell. „Oh! Und hallo, ihr Eulen! Ich bin Dorian Dachs.“

„Suchst du auch Futter?“, fragt Buri.

„Na klar, am liebsten Pilze, Früchte und Nüsse“, antwortet Dorian.

„Das ist kein Eulenfutter", weiß Schuri. „Wir warten auf Mama und Papa.“

„Na, dann guten Appetit später!“, sagt der Dachs und wuselt zusammen mit Rosi davon.

Wie es weiter geht, erfahrt ihr in den nächsten Geschichten!

Ende der Geschichte! Schlaf schön!

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