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Wo ist Benny?

Benny, das war Lenas kleiner Rauhaardackel.

Er hatte sein Körbchen in ihrem Zimmer, und jeden Abend, wenn Lena schlafen ging, sagte sie ihm Gute Nacht.

Eines Abends, als sie sich über den Bettrand beugte, war das Körbchen leer und Benny nirgends zu sehen. Lena richtete sich verwundert auf und schaute sich im Zimmer um.

„Benny, wo bist du?“, rief sie.

Hatte es sich der kleine Hund etwa auf dem Sessel gemütlich gemacht? Lena stieg aus dem Bett, um nachzusehen. Der Sessel war leer und das Kissen nicht platt gedrückt. Nein, hier hatte Benny nicht gelegen.

Lena ging ins Wohnzimmer zu ihren Eltern. „Habt ihr Benny gesehen?“, fragte sie.

Mama und Papa schauten sich ratlos an. „Ist er nicht in deinem Zimmer?", erwiderte Mama.

„Nein“, sagte Lena leise.

„Beim Abendbrot war er noch da", sagte Papa. „Aber seitdem …?“ Er zuckte die Schultern.

Manchmal verkroch sich Benny im Wohnzimmer vor der Heizung. Aber auch dort war kein Dackel zu sehen.

Da wurde Lena unruhig. Benny war zwar klein, aber er konnte doch nicht vom Erdboden verschluckt worden sein!

„Benny!“, riefen nun Mama, Papa und Lena gleichzeitig. „Benny, komm her!“

Dann lauschten sie. War da vielleicht ein Tapsen zu hören? Von jemandem, der neugierig um die Ecke bog? Doch alles blieb still. Schrecklich still, wie Lena fand.

„Vielleicht ist Benny aus der Haustür geschlüpft, als ich den Müll rausgebracht habe", überlegte Papa laut.

„Wenn das wahr ist“, sagte Mama und erhob sich vom Sofa, „müssen wir ihn sofort suchen.“

Lena fing an zu weinen. „Ich will aber nicht, dass Benny draußen herumläuft", schluchzte sie. „Es ist schon dunkel, und vielleicht findet er nicht mehr zurück.“

Mama nahm sie in den Arm. „Unser Benny ist nicht dumm, und er hat eine feine Nase und gute Ohren. Und die führen ihn direkt zu uns – egal, wo er ist."

Mama und Papa zogen sich an und machten sich auf die Suche. Lena blieb zu Hause. Denn es konnte ja sein, dass Benny irgendwann vor der Tür stand und hereingelassen werden wollte.

Lena suchte noch einmal das ganze Haus ab. Sie schaute unter dem Sofa nach, öffnete den Küchenschrank und guckte sogar in die Waschmaschine. Aber von Benny war nicht einmal die Schwanzspitze zu sehen.

Traurig setzte sich Lena auf ihren Sessel. Da fiel ihr Blick auf die Tafel Schokolade, die Oma ihr gestern geschenkt hatte. Auf einmal war es ihr egal, dass sie sich schon die Zähne geputzt hatte. Mit einem Ritsch zog sie die Silberfolie ab, mit einem Knack löste sie ein Schokoladenstückchen.

„Mmh“, machte sie, als die Schokolade im Mund schmolz.

Da öffnete sich die Schranktür, die nur angelehnt war, und ein ziemlich verschlafener Benny kam heraus. Er stellte sich schwanzwedelnd vor Lena. „Wuff“, machte er und schaute sehnsüchtig die Schokolade an.

„Das glaube ich jetzt nicht!", rief Lena. „Du hast die ganze Zeit im Kleiderschrank gesteckt?“ Sie musste lachen.

Lena brach ihrem Dackel ein kleines Stück Schokolade ab. Zur Belohnung, weil er eine so feine Nase und so gute Ohren hatte, mit denen er zu Lena zurückgefunden hatte – oder wenigstens zur Schokolade.

Als Lenas Eltern kurz darauf wieder nach Hause kamen, lag Lena in ihrem Bett und Benny in seinem Körbchen – beide schliefen tief und fest.

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

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