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Wiedersehensfreude

Eine Geschichte von Susanne Weber illustriert von Susanne Göhlich, erschienen im Mixtvision Verlag.

„Paul, hier!“ Papa winkt heftig, als er Paul auf dem vollen Bahnsteig entdeckt. Paul entdeckt Papa ebenfalls, strahlt und will loslaufen. Doch Oma hält ihn an der Kapuze fest.

Papa rennt auf die beiden zu und schließt Paul in seine Arme. „Na, mein Großer, wie war’s alleine bei Oma und Opa?“

„Toll! Nächstes Mal will ich vier Tage bleiben!“

„Es war super“, sagt Oma und begrüßt Papa. „Ging alles ganz reibungslos.“

Papa freut sich. „Echt? Dann machen wir das öfter. Paul, jetzt musst du dich aber von Oma verabschieden. Wir müssen schnell unseren Zug erwischen. Und Oma muss auch wieder nach Hause zurückfahren.“

Oma drückt Paul und gibt Papa die Reisetasche mit den Sachen. „Das mit der Übergabe in der Mitte war eine gute Idee. Euch noch eine gute Fahrt!“

Paul und Papa gehen auf die andere Seite des Gleises und steigen dort in den ICE. Kaum sind sie drinnen, schließen auch schon die Türen. „Das war knapp. Wieso hattet ihr eben eigentlich Verspätung?“

„Ich glaube, ein kaputter Güterzug stand auf den Gleisen“, sagt Paul.

Sie gehen durch den Zug und suchen nach freien Plätzen, doch alles ist voll.

Als sie zum Bordbistro kommen, beschließt Papa: „Wir bleiben einfach hier und bestellen uns eine Limo. Dann können wir auf unser Wiedersehen anstoßen.“

„Au ja!“, ruft Paul begeistert und klettert auf einen freien Stuhl. Papa holt die Limoflaschen und sie stoßen an.

„Prost!“, sagt Papa. „Auf dich, mein Großer. Ich bin richtig stolz, dass du allein bei Oma warst.“

„Prost“, sagt Paul und nimmt einen Schluck. „Wieso? Opa war doch auch da.“

„Na ja, ohne deine Eltern.“ Papa nimmt jetzt auch einen Schluck. „Wie war’s denn und was habt ihr gemacht?“

„Wir haben eine Vogelscheuche im Garten gebaut und ein richtiges Tipi, in dem wir dann auch gegessen haben“, erzählt Paul begeistert.

„Das klingt ja toll!“, sagt Papa. „Apropos essen: Mama hat dein Lieblingsessen gekocht und wartet schon ganz sehnsüchtig auf dich.“

„Super!", freut sich Paul. „Wann sind wir denn da?“

Papa guckt auf sein Handy. „Eine Stunde dauert es noch. Du kannst mir ja noch ein bisschen vom Urlaub erzählen.“

Paul nimmt den letzten Schluck aus seiner Flasche. „Ich hab doch schon alles erzählt. Ich will was malen! Für Mama.“

Am Tresen holen sie sich Buntstifte und Papa findet noch Papier in seiner Tasche. Paul malt ein Tipi, Bäume mit Früchten dran und eine Frau.

„Ist das Mama?“, fragt Papa.

Paul lacht. „Nein, die Vogelscheuche.“

„So einen Hut hatte Mama aber früher manchmal auf“, verteidigt sich Papa.

„Oma hat für die Vogelscheuche alte Klamotten genommen, die sie wegschmeißen wollte. Hilfst du mir mit den Armen?“

Zusammen malen sie das Bild fertig. Dann kommen sie auch schon am Hauptbahnhof an. Mit der Tram fahren sie nach Hause und Paul rennt die fünf Stockwerke hoch, so schnell er kann.

Mama steht in der offenen Tür und nimmt Paul in die Arme.

„Ich hab dich vermisst, du warst ganz schön lange weg“, sagt sie.

Paul holt das Bild aus seinem Rucksack. „Hier, das habe ich für dich gemalt.“

Mama schaut sich das Bild an. „Toll, ist das bei Oma und Opa im Garten? Und ist das Oma?“

Paul und Papa schauen sich an und müssen lachen.

„Nein, das ist eine Vogelscheuche, die Paul mit Oma gebaut hat", erklärt Papa. „Ist das Essen fertig?“

„Na klar“, sagt Mama und geht in die Küche. „Und im Wohnzimmer wartet eine Überraschung auf dich!“

Aufgeregt läuft Paul ins Wohnzimmer und entdeckt ein Tipi. „Toll!", ruft er. „Dann weiß ich schon, wo wir essen!“

„Das ist doch viel zu klein!“, wendet Papa ein, während Paul im Zelt verschwindet.

Paul schaut aus der Luke heraus. „Das bei Oma war auch nicht größer und da haben wir auch zu dritt drin gegessen.“

Mama und Papa schauen sich an. „Na gut, aber nur heute, weil wir unser Wiedersehen feiern“, sagt Mama.

„Cool“, sagt Paul. „Wiedersehensfeiern sind spitze! Wann kann ich wieder zu Oma und Opa fahren?“

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

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