Ein Service von Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung.

jetzt drucken

Unser Bach

Felix, Joshua, Emma und Olivia treffen sich an der Brücke.

Alle vier haben kleine Schiffe dabei, die sie heute schwimmen lassen wollen.

Sie gehen zu der Stelle, wo man gut an den Sonnenbach rankommt.

Als Olivia ihr Schiff aufs Wasser setzen will, rutscht sie aus und landet mit einem Bein und dem halben Po im Wasser.

Felix lacht.

„Du brauchst gar nicht so blöd zu lachen!", ruft Olivia. „Du bist bestimmt auch schon mal da reingefallen.“

„Nicht nur ein Mal“, gibt Felix zu.

„Na, siehst du.“

„Aber du hast gezappelt wie ein Fisch an Land, das hat so lustig ausgesehen", sagt Felix.

Olivia streckt ihm die Zunge raus. Dann zieht sie ihr Schiff ans Ufer und sagt: „Der Schuh und die halbe Hose sind nass, ich lauf schnell nach Hause und zieh mich um."

„Ich passe solange auf dein Schiff auf“, sagt Emma.

Als Olivia zurückkommt, schwimmen die Schiffe der anderen schon. Damit sie nicht abgetrieben werden, haben die Kinder sie an Schnüre gebunden.

Vorsichtig lässt Olivia nun auch ihr Schiff ins Wasser und diesmal passiert nichts.

Mit den angeleinten Schiffen gehen sie ein Stück am Ufer entlang. Dabei fällt ihnen auf, dass allerlei im Bach liegt, was nicht hineingehört: Flaschen, Dosen, Plastiktüten und Joghurtbecher.

„So eine Schweinerei!", schimpft Emma. „Die Leute werfen die Sachen einfach in den Bach.“

„Das dürfen sie doch nicht“, sagt Joshua.

Felix beugt sich vor und erwischt eine Plastiktüte, die an einem Stein hängen geblieben ist. „Aber sie tun es trotzdem, das siehst du ja", sagt er.

„Wir müssen unserem Bach helfen“, murmelt Joshua.

„Wie helfen?“, fragt Emma.

„Die Sachen da rausholen“, antwortet er und zeigt auf einen vorbeischwimmenden Joghurtbecher.

„Das schaffen wir nicht“, sagt Emma. „Und sowieso …“

„Mein Papa hilft uns bestimmt dabei“, unterbricht sie Joshua.

„Meine Mama auch“, sagt Olivia.

Sie beschließen, ihre Eltern zu fragen, ob sie beim Bachputzen mithelfen – und zwar jetzt gleich!

Jetzt gleich hat nur Herr Lenzmaier Zeit. Und weil er merkt, wie wichtig den Kindern die Sache ist, nimmt er sich auch die Zeit.

Er holt einen Kescher aus dem Schuppen und bringt Stöcke für die Kinder und ein paar Müllsäcke mit. Dann ziehen alle Gummistiefel und Schutzhandschuhe an und machen sich an die Arbeit.

Außer Flaschen, Dosen, Plastiktüten und Joghurtbecher fischen sie noch zwei leere Farbeimer, Schuhe, Puppen, Kartons, Kissen und einen Fahrradreifen heraus.

„Die Leute spinnen wohl!", sagt Felix. „Der Bach ist doch kein Müllplatz.“

„Stimmt, aber das sehen manche Leute leider anders“, sagt Herr Lenzmaier.

„Warum werfen die solche Sachen in den Bach?“, fragt Joshua. „Wissen die denn nicht, dass das verboten ist?“

„Natürlich wissen sie es", antwortet sein Papa. „Aber für sie ist das am einfachsten und am billigsten. Der Bach ist ihnen egal. Hauptsache, sie sind ihren Müll los.“

Drei Müllsäcke werden voll, dann ist der Bach wieder sauber. Jedenfalls das Stück hinter den Häusern der Sonnenbachstraße.

Und die vier Kinder nehmen sich vor, ihren Bach in Zukunft genau zu beobachten und zu beschützen.

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

Oder noch nicht genug vorgelesen?

Hier findest du weitere Geschichten.

weiterlesen