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Sterntaler

Eine Geschichte von Ursel Scheffler illustriert von Marina Krämer, erschienen im cbj Verlag.

Es war einmal ein kleines Mädchen.

Das war ganz allein auf der Welt. Es war so arm, dass es nicht mehr hatte als die Kleider, die es auf dem Leib trug und das Stück Brot in der Hand, das ihm jemand aus Mitleid geschenkt hatte. Traurig lief es durch die Straßen der Stadt. Da begegnete ihm ein Bettler, der sagte:

„Ich bin so hungrig. Gib mir bitte ein Stück von deinem Brot.“

Das Mädchen aber gab ihm das ganze Brot und sagte: „Gott segne es!“ Als es weiterlief kam ein Kind, das jammerte und sprach:

„Es friert mich so am Kopf. Hast du eine Mütze für mich?“

Da schenkte ihm das Mädchen seine Mütze. Am Stadtrand traf es auf einen Jungen, der keinen Pullover anhatte und fürchterlich fror. Dem gab es seinen Pulli.

Kurz darauf traf es ein Kind, das barfuß lief. So gab es auch noch seine Schuhe weg.

Als es dunkel wurde, kam das Mädchen an einen Wald. Dort stand wieder ein Kind und bat um ein Hemd. Das Mädchen dachte: Es ist Nacht und niemand sieht dich, da kannst du dein Hemd wohl auch noch weggeben.

Es zog das Hemd aus und gab es dem frierenden Kind.

Und wie das Mädchen so dastand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal Sterne vom Himmel, die verwandelten sich in lauter harte, blanke Taler. Und obwohl das Kind sein letztes Hemd weggegeben hatte, hatte es plötzlich ein neues an. Das war aus allerfeinstem Leinen. Das Mädchen hob den Saum des Hemdes hoch, damit die Taler hineinregnen konnten.

Es waren so viele, dass sie ein ganzes Leben lang reichten.

Ende der Geschichte! Schlaf schön!

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