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Ronja im Zauberland

Eine Geschichte von Christina Koenig mit Illustrationen von Stefanie Dahle, erschienen im Arena Verlag.

Ronja und Clemens stöbern auf dem Schrottplatz herum. Ihr Papa sucht ein Ersatzteil für sein Auto und das kann lange dauern.

„Was es hier alles gibt", staunt Clemens. Er steht auf einer wackeligen Blechtonne, wie ein Kapitän, der nach Land Ausschau hält. „Die reinste Fundgrube ist das! Würde mich nicht wundern, wenn man hier sogar richtige Schätze finden kann.“

„Schätze? So ein Quatsch", meint Ronja. „Auf einem Schrottplatz gibt’s keine Schätze. Da gibt’s Schrott. Sagt doch schon der Name.“

„Und was ist das da?“, fragt Clemens und zeigt auf das hintere Ende des Geländes.

„Was denn?“, will Ronja wissen und wird nun doch ein bisschen neugierig. „Lass mich auch mal hoch.“

„Das ist ja ein richtiges Karussell!", staunt Ronja, als sie auf der Tonne steht. „Los, das sehen wir uns mal genauer an!“

Aus der Nähe betrachtet, macht das Karussell allerdings einen ziemlich jämmerlichen Eindruck. Überall blättert die Farbe ab und das Holz des Baldachins ist über die Jahre total verwittert.

„Komm mal her, Clemens, hier ist noch ein kleines Pony!", ruft Ronja da von der anderen Seite. „Die übrigen Figuren sind aber leider alle weg.“

Und wirklich. Einsam und verlassen steht da ein einzelnes Holzpferdchen, als warte es schon Jahre vergeblich darauf, dass sich ein Kind auf seinen Rücken setzt, um sich mit ihm im Kreis zu drehen. Als Ronja gerade aufsteigen will, taucht ihr Papa am Karussell auf. Er hat das Ersatzteil gefunden und möchte sofort nach Hause fahren, um es einzubauen.

Ronja erzählt aufgeregt von dem kleinen Pony. Sie hat sich richtig in das hölzerne Pferdchen verliebt. Aber ihr Vater scheint überhaupt nicht zuzuhören.

Drei Tage später hat Ronja Geburtstag. Als sie früh am Morgen auf die Terrasse flitzt, wo der gedeckte Geburtstagstisch bereits auf sie wartet, bekommt sie große Augen: Mitten auf dem Rasen steht das kleine Karussellpony!

Ronja erkennt es kaum wieder, so hat es sich verändert: Sein Fell ist glänzend weiß, sein Sattel wie neu und seine Augen leuchten! Die Geburtstagsüberraschung ist gelungen! Einen Moment später sitzt Ronja schon oben im Sattel.

„Hüa – hüa, Pferdchen lauf!“, ruft Ronja ausgelassen. „Wir reiten jetzt ins Zauberland!“

Da klimpert wie aus weiter Ferne Karussellmusik herbei. Ronja schließt verträumt die Augen. Die Musik wird lauter und lauter und sie reiten geradewegs auf einen bunten Jahrmarkt zu.

Ein Feuerschlucker empfängt Ronja mit meterhohen Flammen. Und ein Indianer schießt Pfeile auf eine Bretterwand, vor der ein mutiger Mann steht. Aber dem Mann passiert nichts. Denn die Pfeile landen alle im Holz. Dann reiten sie an einer raunenden Menschenmenge vorbei, in deren Mitte ein riesiger Bär auf zwei Tatzen tanzt.

So einen Jahrmarkt hat Ronja noch nie gesehen! Alles scheint irgendwie anders zu sein. Wie aus einer weit entfernten Zeit.

Aber das Beste kommt noch: ein wunderschönes Karussell mit einem farbenfrohen Baldachin und zwölf kleinen Holzponys, die sich endlos im Kreis drehen. Auf ihren Rücken johlen und lachen Kinder. Als Ronja genauer hinsieht, erkennt sie das Karussell vom Schrottplatz! Ihr kleines Pony ist auch dabei. Es ist das hübscheste von allen.

„Können wir jetzt wieder nach Hause reiten?“, fragt Ronja ihren kleinen Freund, als sie dem Karussell ein ganzes Weilchen zugeschaut hat. Schließlich wartet ja ihr Geburtstagsfrühstück auf sie.

Da findet sie sich auch schon mit ihren Eltern und Clemens zu Hause im Garten wieder.

„Danke für das Zauberpony!", ruft Ronja ihren Eltern zu. „Das ist das schönste Geburtstagsgeschenk, das ich je bekommen habe!“

„Zauberpony?“, fragt Clemens und zeigt Ronja einen Vogel.

Aber Ronja lacht nur und lädt Clemens ein, hinter ihr auf dem Ponyrücken Platz zu nehmen. Und da erklingt sie auch schon wieder, die zauberhafte Jahrmarktmusik. Und einen Moment später dreht sich die ganze Welt im Kreis.

Ende der Geschichte! Schlaf schön!

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