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Osterhase dringend gesucht!

Jeder weiß, dass der Osterhase zum Osterfest die Eier bemalt und versteckt.

So ist es seit vielen, vielen Jahren gewesen.

Doch in diesem Jahr will der Osterhase endlich mal in den Skiurlaub fahren. Und damit trotzdem alle Eier bemalt und versteckt werden, sucht er einen Stellvertreter.

„Ich brauche jemanden, der so gut hopsen kann wie ich“, überlegt er,

„jemanden, der so schön die Eier bemalen kann wie ich

und jemanden, der sie so heimlich verstecken kann wie ich.“

„Bitte meldet euch“, schreibt er an die Tiere in aller Welt.

Er muss auch gar nicht lange warten, schon klopft es an seine Tür im Osterhasenbau.

Als Erster meldet sich der Elefant.

„Guck mal, so mache ich das“, ruft er. Der Elefant tunkt seinen Rüssel in den Farbeimer und hat im Nu hundert Eier bunt gespritzt.

„Bravo, bravo“, ruft der Osterhase. Das war viel besser, als er je gedacht hat.

Nun soll der Elefant die Eier verteilen.

Doch – oje – natürlich passt dem Elefanten der Korb des Osterhasen nicht. Er ist einfach viel zu klein.

Und – o Schreck! – als der Elefant zu hopsen versucht, bebt die Erde und die Regale mit den Ostereiern wackeln gefährlich.

„Stopp!“, schreit der Osterhase. „Stopp! Sonst zerbrechen noch die Eier.“

„Pardon“, sagt der Elefant und lässt traurig die Ohren hängen.

„Bitte bleib doch, du darfst alle Eier bunt spritzen“, schlägt der Osterhase vor.

Das freut den Elefanten und er macht sich gleich an die Arbeit. Bald sind alle Eier schön bunt.

Da meldet sich das Faultier.

Ihm passt der Korb des Osterhasen wunderbar, doch beim Verstecken der Eier auf der Wiese ist das Faultier soooooooo schrecklich langsam, dass es dabei einschläft und mit der Nase in einem Osternest landet.

„Oh, oh!“, seufzt der Osterhase. Eines ist klar: Das Faultier würde nie rechtzeitig zu Ostern mit dem Verstecken der Ostereier fertig werden.

Schnell davonhopsen, um unentdeckt zu bleiben, kann es auch nicht. Wird sich denn noch ein Stellvertreter finden?

Als Nächstes meldet sich – ding dong, ding dong – der Affe.

Doch der macht nichts als Affenquatsch. Er wirft die bunten Eier in die Luft, um damit zu jonglieren. Dann flitzt er auf den nächsten Baum, um die Eier hoch oben in der Baumkrone zu verstecken.

„Nein, nein, nein“, stöhnt der Osterhase entsetzt. „So geht das nicht. Wie sollen die Kinder denn in die Baumkrone kommen?“

Ratlos geht der Osterhase zurück zu seinem Bau. „Oh, oh!“, sagt er. „Vom Skifahren muss ich weiter träumen.“ Und er packt seinen Koffer wieder aus.

Doch früh am nächsten Morgen klingelt es an der Tür zu seinem Hasenbau. Davor steht jemand, der ächzt und schnaubt.

Es ist das Walross! „Hallo“, schnauft es außer Puste, „schneller gingʼs nicht.“

„Oje“, denkt sich der Osterhase. „Das geht ja gar nicht. Wie soll ein träges Walross nur hopsen und Eier verstecken?“

Aber das Walross schnauft und sagt: „Ich weiß, WER dein Stellvertreter sein kann!“ „Wer?", ruft der Osterhase. „Sag schon! Wer?“

„Das Känguru“, sagt das Walross. „Ich hab gehört, es ist schon auf dem Sprung.“

Das Walross verschnauft noch etwas von seiner langen Reise. Der Elefant kommt auch hinzu. Der Osterhase kocht ihnen Kakao und holt die Keksdose hervor.

Als sie zu dritt vor dem Osterhasenbau sitzen, naht jemand mit großen Sprüngen.

Es ist das Känguru! Es ist braun wie der Osterhase, es kann hüpfen wie der Osterhase.

„Hallo“, ruft das Känguru gut gelaunt, „da bin ich. Was gibt es zu tun?“

Zuerst trinkt es mit dem Osterhasen auch einen Kakao, dann gehtʼs an die Arbeit.

„Schau hier“, sagt der Osterhase und holt seinen Korb hervor. „Dahinein kommen die ganzen bunten Eier. Du nimmst den Korb auf den Rücken und dann musst du schön vorsichtig hüpfen, damit die Eier nicht kaputtgehen.“

„Keine Sorge“, ruft das Känguru und lacht. Es braucht den Korb des Osterhasen gar nicht. Denn es packt die Eier einfach in seinen Beutel. Fertig ist das Osterkänguru!

„Wunderbar!“, ruft der Osterhase. Nun kann er doch in den Skiurlaub fahren.

Früh am Ostermorgen hopst das Känguru los. Es versteckt die Eier vor den Haustüren, in den Gärten, im Park und überall da, wo Kinder wohnen.

Und als die Sonne am Ostermorgen aufgeht, hat es schon alle Eier versteckt. Dann setzt es sich vor den Osterhasenbau und holt sein Handy hervor.

„Bin schon mit der Arbeit fertig“, schreibt das Känguru dem Osterhasen. Der antwortet sofort: „Komm zu mir in den Skiurlaub, hier ist es herrlich!“

Und so kommt es, dass der Osterhase und das Känguru seitdem gemeinsam die Ostereier verstecken – und ansprühen darf sie immer noch der Elefant. Denn zusammen macht es viel mehr Spaß.

Ende der Geschichte! Schlaf schön!

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