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Max fährt zu Oma und Opa

Max und sein großer Bruder Felix dürfen am Wochenende zu ihren Großeltern fahren – ganz allein. »Pack deinen Hammer ein, Max!«, ruft Felix. »Bei Oma und Opa gibt’s immer was zu tun!« – »Oma und Opa haben genug Hämmer«, sagt Mama. Aber Max und Felix sind sich einig: »Unsere sind besser!« Mama seufzt. »Also gut. Nehmt sie mit. Aber reißt nicht das ganze Haus ab!«

Mama und Papa bringen Max und Felix zum Bahnhof. Dort wartet Opa schon. Er ist mit dem Zug gekommen, um Max und Felix abzuholen. »Hallo Männer!«, sagt Opa fröhlich. Da kommt der Zug eingefahren. Opa, Max und Felix steigen ein. »Viel Spaß und gute Fahrt, ihr drei!« Papa und Mama winken. »Bis Sonntag!« In Max’ Bauch kribbelt es vor Aufregung! Endlich darf er verreisen – mit Felix und Opa!

Die Fahrt mit dem Zug vergeht wie im Flug. Bald schon müssen sie aussteigen. »Wo ist Oma?«, fragt Max. »Die wartet zu Hause«, antwortet Opa.

Das Haus von Oma und Opa ist das schönste Haus, das Max kennt: Es ist uralt und es gibt nicht nur einen großen Garten, sondern auch eine Werkstatt und ein kleines Haus für die Hühner.

Max und Felix dürfen wie immer im kleinen Zimmer unter dem Dach schlafen. Die Betten haben früher Max’ Mutter und ihrem Bruder gehört.

Zum Mittagessen gibt es Spaghetti. »Was wollt ihr nach dem Essen machen?«, fragt Oma. »Wir wollen was hämmern!«, sagt Max. »Wir können ja das alte Spielhaus von eurer Mutter herrichten«, schlägt Opa vor. »In der Werkstatt finden wir bestimmt alles, was wir dafür brauchen.«

Im Garten laufen die Hühner frei auf der Wiese herum. Unter einem Apfelbaum steht das Spielhaus, in dem die Mama von Max und Felix als Kind gespielt hat. »Darin spiel ich garantiert nicht«, sagt Felix. »Das ist ja rosa! Das ist nur was für Mädchen.« »Oder für Hühner.« Max kichert.

Max und Felix gehen lieber mit Opa in die Werkstatt. »Na, Jungs, habt ihr Lust auf ein kleines Wetthämmern?«, fragt Opa. »Dürfen wir echte Nägel in die Balken hämmern?«, fragt Max. »Na klar!«, sagt Opa. Max hält einen großen Nagel an einen Balken. Er holt mit dem Hammer aus. »Volle Kanne!«, feuern Opa und Felix ihn an. Max schlägt zu. Dummerweise haut er daneben. »Au Backe«, sagt Max. Der Hammer hat ein Loch in die Wand geschlagen.

»Was ist denn mit euch los?«, fragt Oma, als Max, Felix und Opa in die Küche schleichen. »Habt ihr was angestellt?« »Ich hab aus Versehen ein Loch in die Wand gehauen«, sagt Max. »Wir wollten Wetthämmern spielen«, erklärt Opa. Oma kommt und guckt sich die Bescherung in der Werkstatt an. »Mensch, hast du aber viel Kraft, Max!«, staunt Oma und schaut sich das Loch an. »Kann man das reparieren?«, fragt Max. Opa nickt. »Aber ihr müsst helfen!« Oma rührt Fertigmörtel an. Den Mörtel schmiert Opa mit einer Kelle in das Loch. Max und Felix helfen beim Glattstreichen.

»Ich weiß, was wir wirklich abreißen können«, flüstert Opa Max und Felix zu. »Das Hühnerhaus! Das ist sowieso kaputt.« – »Dürfen wir echt?«, fragt Felix. Opa nickt. »Wenn ich mitmachen darf!«

»Sind alle Hühner weg?«, fragt Opa. Max guckt in das morsche Hühnerhaus. Es ist leer. »Fang an!«, sagt Opa. Max holt mit seinem Hammer aus. »Volle Kanne!«, rufen Felix und Opa. Max haut ein schönes Loch in die Wand. »Bravo!« Richtig zerlegt wird das Haus aber erst, als Opa mit seinem dicken Vorschlaghammer zuschlägt.

»Und wo sollen jetzt die Hühner schlafen?«, fragt Oma, die den Krach im Garten gehört hat. »Vielleicht in der Werkstatt?«, fragt Opa. Aber Max hat eine bessere Idee: »Die können das Spielhaus von Mama haben!« »Braucht ihr das denn nicht selbst?«, fragt Oma. Max und Felix schütteln die Köpfe. »Aber das Dach ist nicht ganz dicht«, sagt Oma. »Das können wir doch reparieren«, schlägt Max vor.

Als die Eltern von Max und Felix am Sonntag kommen, um ihre Jungs abzuholen, staunt Mama: »Mensch, das sieht ja toll aus!« – »Habt ihr darin übernachtet?«, fragt Papa. Max schüttelt den Kopf. »Felix und ich in einem rosa Haus? Niemals! Da lachen doch …«

»… die Hühner!«

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

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