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Leo und die Zaubernixe

Eine Geschichte von Christina Koenig mit Illustrationen von Stefanie Dahle, erschienen im Arena Verlag.

Pony Leo ist ein richtiges Leckermäulchen. Schon als er noch ganz klein war, suchte er überall nach besonders schmackhaften Grashalmen. Kein Weg war ihm zu weit dafür und kein Zaun zu hoch. Kein Wunder, dass Leo heute am höchsten springen kann und der beste Langstreckenläufer weit und breit ist.

„Gras ist nicht gleich Gras", hält Leo sogar manchmal Vorträge im Radio. Denn Leo findet, dass alle großen und kleinen Tiere über die unterschiedlichen Grassorten Bescheid wissen sollten. „Gras von einem Berg schmeckt ganz anders als Gras von einem Flussufer. Und Gras von einem Waldrand schmeckt ganz anders als Gras von einer Blumenwiese.“

Eines Tages nimmt Leo gerade einen kleinen Grasimbiss an einem See zu sich, als er ein leises Blubbern hört. Er hört sofort auf, zu zupfen und zu kauen, und spitzt neugierig die Ohren. Da sieht er zwei Fische unter der blinkenden Wasseroberfläche. Einen kleinen und einen großen.

„Komm mich doch mal besuchen, blubb", sagt der kleine Fisch zu dem großen. „Ich wohne dahinten im Seegras. Das ist total lustig, blubb-blubb. Was glaubst du, wie das Seegras am Bauch kitzelt, wenn man da durchschwimmt.“

„Seegras . . .“, wiederholt Leo nachdenklich und bekommt prompt Heißhunger auf eine ordentliche Portion Seegras. Seegras, das hat er noch nie gegessen. Das muss etwas ganz Besonderes sein!

„Hallo, Fisch, du!", ruft Leo schnell dem kleinen Fisch zu, bevor er in den Tiefen des Sees verschwindet. „Wo wächst denn das Seegras genau? Du musst nämlich wissen: Ich bin Leo, der größte Grasspezialist weit und breit!“

„Das Seegras wächst im See. Ist doch wohl klar, blubb“, antwortet der Fisch. Er findet die Frage ziemlich dumm. Und ohne weiter auf Leo zu achten, taucht er mit seinem Freund ab in die Fluten.

Leo betrachtet sein Spiegelbild auf der Wasseroberfläche. Wenn ich ein Seepferdchen wäre, überlegt er, könnte ich jetzt auch tauchen und Ausschau nach dem Seegras halten. Und dann könnte ich so viel davon essen, wie ich will.

„Probiere es doch mal aus, Leo“, hört Leo da ein zartes Stimmchen.

Leo schaut sich verdutzt um und entdeckt eine winzige, orange schillernde Wassernixe. Sie hat es sich auf einem Seerosenblatt gemütlich gemacht und nimmt ein Sonnenbad. Als ob sie Leo zeigen will, wie es geht, holt sie tief Luft und lässt sich mit einem eleganten Kopfsprung ins Wasser gleiten.

Leo holt auch Luft, nimmt Anlauf und landet mit einem lauten „Platsch!“ im See. Dann strampelt er mit den Hufen und versucht hinabzutauchen. Aber es klappt nicht. Leo bleibt oben. Sosehr er sich auch bemüht.

Da klettert die kleine Wassernixe auf Leos Rücken und zupft ihn dreimal am linken Ohr. Wie durch Zauberei wachsen Leo plötzlich Flossen an den Hufen, wie bei einem Frosch! Mit den Flossen ist das Tauchen ganz einfach.

Leo taucht glücklich an den Seerosen vorbei, winkt ein paar Fischkindern zu und dann kommt auch schon das Seegras in Sicht. Wie lange Nixenhaare schwebt es im Wasser.

Der hungrige Leo reißt sein Maul auf und will gerade herzhaft zubeißen, da geht ihm auch schon die Luft aus. So schnell er kann, taucht er wieder an die Wasseroberfläche zurück, um nach Luft zu schnappen.

„Ein Seepferdchen müsste man sein", schmollt Leo. „Seepferdchen haben Kiemen und können unter Wasser atmen.“

Da zupft ihn die kleine Nixe wieder am Ohr. Dreimal. Leo spürt ein kleines Kribbeln und Kneifen an seinem Hals und da hat er auch schon Kiemen wie ein Fisch. Nun kann er in aller Ruhe tauchen und Seegras fressen. Zugegeben, ein bisschen zäh schmeckt es schon und es knirscht zwischen den Zähnen. Aber es hat eine interessante Würze, die Leo vorher noch nie geschmeckt hat.

Als die Sonne untergeht, kommt Leo nach dem langen Ausflug müde und satt zu Hause an. Seine Freunde haben sich schon ernsthaft Sorgen um ihn gemacht. Als Leo jedoch von seinem Seegras-Abenteuer erzählt, will ihm keiner glauben.

„Seegras wächst doch im Wasser", grunzt Lilli, die Schweinedame. „Das ist nur was für Seepferdchen, das weiß doch jeder.“

„Nicht nur", sagt Leo schelmisch und leckt sich die Lippen. „Jedenfalls nicht, wenn man eine kleine Wassernixe als Freundin hat.“

Ende der Geschichte! Schlaf schön!

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