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Henri und Henriette feiern Weihnachten

Eine Geschichte von Cee Neudert, mit Illustrationen von Christiane Hansen, erschienen im Thienemann Verlag.

Auf dem Bauernhof lebten der Bauer, das Schwein, das Pferd, vier Kühe, die Katze, Hahn Henri, Henne Henriette und ihre vier Küken.

Im Winter war es auf dem Bauernhof sehr gemütlich.

Es gab wenig Arbeit, und alle hatten Zeit zum Spielen und Basteln.

Und das Beste: Im Winter war Weihnachten!

„Ich bereite alles für Weihnachten vor“, sagte Henri, „schließlich ist Weihnachten das schönste Fest im Jahr!“

„Sollen wir dir helfen?", fragte Henriette.

„Ja!", piepsten die Küken.

„Ich kann in den Wald laufen und einen riesengroßen Tannenbaum holen!", rief Hendrik.

„Und wir können dann ganz viele Kugeln dran aufhängen!", sagten Hennrike und Hahnes.

„Gi-gi-gack!", gackerte Babyküken Huhnigunde.

Das hieß: „Ich auch!"

„Lasst nur", sagte Henri. „Das mach ich schon.“

Als erstes schrieb Henri eine Liste.

Für Weihnachten braucht man:

Plätzchen, Lebkuchen, einen Tannenbaum, Weihnachtsbeleuchtung, ein Rentier, einen Karpfen, Strohsterne, eine Krippe, Lieder, Weihnachtsmann und Christkind, Geschenke. Und nicht vergessen: Weihnachtspost schreiben!

Henri las sich die Liste noch mal durch.

Dann strich er die Geschenke.

Um die kümmerten sich schließlich der Weihnachtsmann und das Christkind.

Aber mit den anderen Sachen hatte er ja auch schon genug zu tun.

Henri fing an, Plätzchen zu backen.

„Kann ich eins haben?", fragte das Schwein.

„Aber nur eins", sagte Henri. „Die anderen gibt’s erst an Weihnachten.“

Er brachte am Hühnerstall Weihnachtsbeleuchtung an.

„Sollen wir dir jetzt helfen?", fragte Hendrik.

Henri schüttelte den Kopf.

„Lass nur, das mach ich schon", sagte er. „Ihr könnt euch ja um die Lieder kümmern.“

Er überredete das Pferd, sich als Rentier zu verkleiden.

Zwischendurch schaute er immer mal wieder auf den Adventskalender, den der Bauer den Küken geschenkt hatte.

Bis Weihnachten war noch viel Zeit.

Am Nikolaustag fanden die Küken Äpfel, Nüsse und Rosinen vor der Tür.

„Ga-ga-gack, schön, die Zeit vor Weihnachten!“, sagte Henriette.

Das fanden die anderen Tiere auch.

Henri überlegte währenddessen, was er noch alles zu erledigen hatte.

Es war eine ganze Menge.

Aber es war ja auch noch reichlich Zeit.

Als nächstes backte Henri Lebkuchen.

„Jetzt darf ich aber mal abbeißen!", sagte das Schwein.

„Nein", sagte Henri. „Das sieht nicht gut aus, wenn ein Stück fehlt.“

Mitten in der Arbeit fiel ihm ein, dass er sich noch nicht um den Karpfen gekümmert hatte, also ging er zum Teich.

„Hallo“, sagte er. „Ich habe gelesen, dass zu Weihnachten ein Karpfen gehört. Deshalb möchte ich dich zur Feier einladen. Soll ich dich gleich mitnehmen?“

„Weihnachten?", blubberte der Karpfen.

„Nee, nee! Da hast du was falsch verstanden. Wahrscheinlich Karpfen mit Krapfen verwechselt."

Und weg war er.

„Gut, dann eben Krapfen“, sagte Henri.

Auf dem Heimweg fiel Henri ein, dass er noch nicht an die Weihnachtspost gedacht hatte.

Zu Hause setzte er sich gleich hin und begann zu schreiben.

„Bist du sicher, dass du keine Hilfe möchtest?“, fragte Henriette.

„Lasst nur", murmelte Henri. „Ihr könnt ja ‚Ihr Kükenlein kommet‘ piepsen üben.“

Dann wollte Henri die Karten wegschicken.

Und weil die Ameisenpost sich im Winter sehr langsam bewegte, warf er einen Blick auf den Kalender, um zu sehen, wie viel Zeit noch war.

Und da sah er etwas Schreckliches … Es war ÜBERHAUPT keine Zeit mehr!

Dabei fehlte noch so viel!

Die Strohsterne!! Die Krapfen!! Die Krippe!! Der Tannenbaum!! Der Weihnachtsmann und das Christkind!!

„Ich bin das Christkind!“, quiekte das Schwein. „Der Bauer kann der Weihnachtsmann sein.“

„Dann schnell, schnell! Holt die Geschenke!", rief Henri.

„Ich hole den Tannenbaum.“ Er rannte in den Wald.

Im Wald gab es aber nur Fichten und keine Tannen.

Inzwischen wurde es dunkel.

„Karpfen oder Krapfen, Tannen oder Fichten", sagte Henri. „Ist jetzt egal.“

Er fällte eine Fichte und schleppte sie nach Hause in den Stall.

„Schnell, schnell!", krähte Henri. „Schnell, schnell!“

Alle kamen angerannt.

„Was ist denn los?", fragte das Pferd.

„Weihnachten! Es ist Weihnachten!", rief Henri und deutete auf den Kalender.

„Der geht falsch", sagte Henriette.

„Bist du sicher?", fragte Henri.

„Ga-ganz sicher", gackerte Henriette.

Sie nahm Henri in den Flügel, denn der Hahn sah auf einmal sehr erschöpft aus.

„Jetzt helfen wir dir aber", sagte sie, und Henri sagte diesmal nicht „nein“.

In den nächsten Tagen hatte Henri immer noch jede Menge zu tun.

Aber alle halfen mit, und das war viel schöner.

Hendrik bastelte tolle Strohsterne.

Hennrike half ihrem Papa beim Kochen.

Hahnes und Huhnigunde bemalten Weihnachtskugeln.

Und Henriette stimmte schon mal die Instrumente.

Und dann war endlich Weihnachten.

Alle feierten.

Der Bauer, das Schwein, das Pferd, die vier Kühe, die Katze und Henri, Henriette und die Küken.

Es war ein richtig schönes Fest.

Obwohl es keine Krapfen gab und der Tannenbaum eine Fichte war.

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

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