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Eiszauber

Eine Geschichte von Peggy Elfmann illustriert von Martina Ibelherr, erschienen im Wort & Bild Verlag.

Als der kleine Bär Mo eines Morgens mal wieder aus seiner Höhle krabbelt, wirbeln Millionen winziger Schneeflocken um ihn herum.

Unten am Teich wohnt die kleine Ente Enny. Dort tanzen auch die weißen Flöckchen im Himmel. Es ist richtiger Winter!

Enny und Mo lieben es, durch den Schnee zu toben und mit dem Schlitten den Hügel hinab zu sausen.

Aber da gibt es noch eine Sache, die sie zu gern einmal machen würden: auf dem Eis laufen.

Das haben sie im letzten Jahr bei den Kindern vom Bauernhof gesehen. Aber auf dem See ist keine Eisfläche! Die Enten können sogar noch am Ufer des Sees stehen und auf dem Wasser schwimmen.

„Warum friert der See denn nicht zu?“, fragt Mo seine kleine Freundin.

Die zuckt nur mit den Schultern. „Weiß ich nicht“, sagt sie.

„Mmh, vielleicht brauchen wir eine Kältemaschine", überlegt Mo. „So eine, die ganz viel Kälte auf den See pustet - und dann potzblitz und zauberzauber - ist er zugefroren.“

„Es wäre aber doof, wenn ich dann gerade auf dem See schwimme und meine Beine festfrieren würden“, sagt Enny.

Da hat sie Recht, denkt Mo. Aber er würde so gerne auf diesen silbernen Kufen-Schuhen über den See flitzen und eine lustige Pirouette nach der anderen drehen.

Unten im See lebt ein alter silberner Fisch. Er hat gehört, worüber Enny und Mo sich unterhalten haben. Weil ihm so langweilig ist, schwimmt er immer hin und her und manchmal sogar bis unter die Wasseroberfläche.

Da stupst Enny ihn aus Versehen mit ihren Füßen an. „Oh, entschuldige, lieber Fisch. Ich war so traurig, dass Mo und ich nicht Schlittschuhlaufen können, da habe ich dich gar nicht gesehen“, sagt sie.

„Der See ist so tief, deswegen friert er nur zu, wenn es richtig kalt ist“, sagt der schlaue Fisch und verschwindet wieder.

„Ach, so ist das“, ruft Enny und erklärt Mo, warum das Wasser zwar kalt, aber nicht gefroren ist.

„Da brauchen wir eben einen Mini-See, der auch zufrieren kann", schlägt Mo vor. „Komm mit, wir gehen zum Sandkasten“, bittet er Enny.

Kaum angekommen, erzählt er ihr von seinem Plan.

Den ganzen Tag sind Enny und Mo fleißig. Sie schippen den Sand heraus und füllen Wasser hinein. So viel, dass es oben fast wieder hinaus schwappt. Dann gehen sie nach Hause. In der Nacht ist es sehr kalt.

Als Enny und Mo am nächsten Tag zu ihrem Sandkasten laufen, ist da kein Wasser mehr, sondern richtiges Eis. Ihr Plan hat funktioniert. Fröhlich schlittern Enny und Mo auf ihrem Sandkasten-Eissee und drehen viele lustige Pirouetten.

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

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