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Ein Schaf im Glück

Von Weitem gleicht die Schafherde einer weißen Wolke vor grünem Himmel. Doch wenn man genauer hinschaut, ist das Weiße an einem Punkt schwarz.

Das ist Olinka. Aber die anderen Schafe nennen sie nicht Olinka.

„Eh du, schwarzes Schaf!“, sagen sie zu ihr. „Wir spielen nicht mit dir!“

„Warum nicht?“, fragt Olinka.

„Was für eine dumme Frage!“, blöken sie. „Du bist schwarz! Und wir sind weiß!“

Olinka sieht, wie viel Spaß die anderen Schafe zusammen haben. Nur sie hat keine Freunde. Olinka ist traurig. So traurig, wie ein kleines Schaf nur sein kann.

„Mach dir nichts draus“, sagt ihre Mutter. „Friss lieber Gras, damit du schöne weiche Wolle bekommst!“

Aber Olinka will kein Gras fressen. Sie will endlich Freunde finden.

Durch ein Loch im Zaun schlüpft sie nach draußen.

„He du, schwarzes Schaf ! Was machst du denn hier?“

Olinka bekommt einen Riesenschreck! Aber zum Glück ist es nur der dicke alte Hofhund.

„Willst du vielleicht mit mir spielen?“, fragt Olinka.

„Nein, ich bin schon viel zu alt zum Spielen!“, brummt der Hund.

Olinka läuft weiter. Mitten auf dem Hof flattern die Hühner aufgeregt durcheinander.

„Hallo, willst du mitspielen?“, gackern sie. Olinka guckt verlegen.

„Aber ich bin doch schwarz, und ihr seid weiß ...“

„Na und?“

Und schon zeigen ihr die Hühner, wie man Alle-Vögel-fliegen-hoch spielt. Olinka ist glücklich. So glücklich, wie ein kleines Schaf nur sein kann!

„Wollen wir jetzt Bockspringen spielen?“, fragt Olinka die Hühner.

„Das können wir leider nicht“, sagen sie. „Aber frag doch mal die Schweine!“

Olinka läuft zu den Schweinen.

„Wollt ihr mit mir Bockspringen spielen?“

„Das kennen wir nicht“, sagen sie.

„Wir kennen nur Schweinchen-in-der-Mitte. Willst du mitmachen?“

Olinka ist glücklich. So glücklich, wie ein kleines Schaf nur sein kann!

Dann springt Olinka weiter. Sie will noch mehr von der Welt sehen.

„Hallo“, ruft sie in den Kuhstall. „Wollen wir Bockspringen spielen?“

„Warum nicht?“, antworten die Kühe. „Du fängst an.“

Aber die Kühe sind leider viel zu groß!

„Macht nix! Wir kennen noch andere Spiele!“, muhen sie.

Sie bringen Olinka Blindekuh bei.

Olinka ist glücklich. So glücklich, wie ein kleines Schaf nur sein kann.

Dann läuft sie zur Pferdekoppel.

„Hallo“, ruft sie. „Spielen wir Bockspringen?“

„Mit dir?“, schnauben die Pferde. „Kannst du überhaupt galoppieren? Und wiehern dazu?“

Olinka überlegt kurz. „Nein, aber ...“

„Siehst du!“, wiehern die Pferde.

Sie galoppieren davon und lassen Olinka einfach stehen.

Olinka ist traurig.

So traurig, wie ein kleines Schaf nur sein kann.

Die Katzenkinder haben alles mit angehört.

„Mach dir nichts draus", miauen sie. „Wir spielen mit dir Bockspringen, wenn du uns zeigst, wie das geht!“

Den Katzen macht das Bockspringen viel Spaß. So viel Spaß, dass sie mit Olinka auch noch Mäusetwist spielen.

Olinka ist glücklich.

So glücklich, wie ein kleines Schaf nur sein kann.

Das war ein schöner Tag! Aber nun ist Olinka müde.

Außerdem geht die Sonne bald unter.

Olinka verabschiedet sich von den Katzen und läuft nach Hause zurück.

„Ich habe Freunde gefunden!“, ruft Olinka schon von Weitem.

„Ach ja, wen denn? Fledermäuse, Käfer, Raben?“, lachen die anderen Schafe. „Wer will denn mit dir schon spielen?“

„Meine neuen Freunde", ruft Olinka stolz. „Sie haben mir viele neue Spiele gezeigt. Kennt ihr Alle-Vögel-fliegen-hoch?“

Die anderen Schafe gucken sich verdutzt an. Sie können nämlich nur Bockspringen.

„Und Blindekuh?“, fährt Olinka fort.

„Und Schweinchen-in-der-Mitte? Und Mäusetwist?"

„Ich zeig es euch!“, ruft Olinka.

Olinka und die anderen Schafe spielen, bis es dunkel wird.

„Wo warst du denn?“, fragt Olinkas Mutter.

„Ich habe Freunde gefunden!“, antwortet Olinka.

Und dann erzählt sie, was sie erlebt hat.

Vor dem Schlafengehen schauen sie zusammen in den Nachthimmel.

„Ist die Nacht nicht wunderschön?“, fragt die Mutter.

„Ja, und ganz besonders die Sterne!“, antwortet Olinka.

„Ohne die schwarze Nacht würde man keine Sterne glitzern sehen! Das hat deine Oma immer gesagt. Vielleicht, weil sie genauso ein dunkles Fell hatte wie du. Schlaf schön, Olinka."

Aber Olinka kann nicht gleich einschlafen. Sie bleibt noch lange wach und schaut in den Sternenhimmel.

Denn Olinka ist glücklich.

So glücklich, wie ein kleines Schaf nur sein kann.

Und hier nochmal alle Spiele, die Olinka von den anderen Tieren gelernt, hat zum Nachspielen:

Bockspringen

Für dieses Spiel muss man mindestens zu zweit sein, man kann es aber auch mit mehreren Freunden spielen. Und das geht so: Ein Kind macht einen Katzenbuckel und stützt sich dabei mit den Händen auf den Knien ab. Das zweite Kind springt nun von hinten über den gebeugten Rücken seines Freundes. Es kann dafür Anlauf nehmen oder aus dem Stand springen. Dabei drückt es sich mit den Händen auf dem gebeugten Rücken seines Freundes ab, grätscht die Beine und springt hinüber. Danach wird gewechselt, und das andere Kind ist mit Springen an der Reihe, usw.

Alle-Vögel-fliegen-hoch

Alle Kinder sitzen im Kreis am Tisch und trommeln mit den Zeigefingern auf die Tischkante. Ein Kind nennt dabei ein Tier oder Dinge, die fliegen können, und ruft zum Beispiel „Alle Amseln fliegen hoch“. Dabei streckt es die Arme hoch in die Luft. Und auch die anderen Kinder müssen daraufhin ihre Arme hochnehmen. Aber Achtung: Wenn das Kind ein Tier nennt, das nicht fliegen kann, müssen die anderen Kinder ihre Hände unten lassen und weitertrommeln. Wer trotzdem die Arme hochstreckt, scheidet aus. Gewinner ist, wer als Letzter übrig bleibt.

Schweinchen-in-der-Mitte

Für dieses Spiel braucht man mindestens drei Kinder und einen Ball. Zwei Kinder gehen zehn Schritte auseinander, bleiben dann stehen und drehen sich um, sodass sie sich anschauen. Das dritte Kind ist das „Schweinchen“ und stellt sich in die Mitte. Die beiden Kinder, die außen stehen, werfen sich nun abwechselnd den Ball zu, und das „Schweinchen“ muss versuchen, ihn zu fangen. Dabei darf es seine Freunde nicht anfassen oder ihnen den Ball aus der Hand nehmen. Wenn es ihm gelingt, den Ball zu fangen, wird getauscht, und derjenige, der den Ball verloren hat, muss als „Schweinchen“ in die Mitte.

Blindekuh

Blindekuh kann man am besten zu mehreren spielen. Zuerst wird mit Abzählreim oder Los bestimmt, wer die „blinde Kuh“ sein soll. Diesem Kind werden die Augen verbunden. Es gibt mehrere Spielmöglichkeiten: Die anderen Kinder laufen um die „blinde Kuh“ herum und necken sie. Wenn es ihr gelingt, ein Kind zu fangen, wird getauscht, und dieses Kind ist nun die „blinde Kuh“. Wenn die „blinde Kuh“ ein Kind berührt, muss es ausscheiden. Das letzte Kind, das übrig bleibt, hat gewonnen.

Mäusetwist oder Gummitwist

Für dieses Spiel muss man mindestens zu dritt sein. Außerdem braucht man ein etwa drei Meter langes Gummiband. Zwei Kinder stehen sich gegenüber und legen das Gummiband um ihre Knöchel. Das Band muss straff gedehnt sein. Jetzt versucht das dritte Kind, darüber zu springen. Damit es nicht aus dem Takt kommt, kann es beim Springen auch einen Vers aufsagen, zum Beispiel:

Seite, Seite, Mitte, Breite, Seite, Seite, Mitte, raus.

Wenn es einen Fehler macht, wird getauscht, und eines der beiden anderen Kinder ist an der Reihe. Wenn es die Sprünge fehlerfrei schafft, wird das Spiel schwieriger: Entweder stellen die Kinder ihre Beine enger zusammen, oder das Band wird höher gespannt. Es gibt auch noch viele andere Verse, die man beim Springen aufsagen kann, zum Beispiel:

Teddybär, Teddybär, dreh dich um,

Teddybär, Teddybär, mach dich krumm,

Teddybär, Teddybär, heb ein Bein,

Teddybär, Teddybär, mach dich klein,

Teddybär, Teddybär, zeig deinen Schuh,

Teddybär, Teddybär, wie alt bist du?

Die Kaiserin von China,

gebor'ne Katharina,

die war noch viel zu klein,

um Kaiserin zu sein.

Drum stieg sie auf die Leiter

und immer, immer weiter,

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8 ...

Henriette, gold'ne Kette,

gold'ner Schuh,

wie alt bist du?

1, 2, 3 ...

Dazu hüpft man so oft, wie viele Jahre man alt ist.

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

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