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Die Wölfe und der Mond

Mitten im Wald ist eine Wolfshöhle. Darin wohnen fünf kleine Wölfe mit ihrer Mama. Ihr Papa ist immer in der Nähe und gibt acht, dass seiner Frau und den Kindern nichts Böses geschieht.

An einem schönen Frühlingsabend dürfen die Wolfskinder zum ersten Mal aus der Höhle heraus. Zum ersten Mal fühlen sie sich frei. Zum ersten Mal haben sie viel Platz. Oh, wie groß ist der Wald! Oh, wie schön ist die Welt!

Die kleinen Wölfe rennen hierhin und dorthin, sie schnuppern und schnüffeln, sie rangeln und raufen, sie bellen und jaulen. Ihre Spiele werden immer wilder. Einer jagt den anderen und alle kugeln durcheinander.

Ihre Eltern liegen Seite an Seite unter einer großen Tanne und passen auf, dass die kleinen Wölfe nicht zu viel Unsinn machen oder sich verlaufen. Jetzt wird es schon dunkel. Aber die Wolfskinder finden kein Ende. Sie sind überhaupt noch nicht müde. Sie wollen nicht in die Höhle. Sie haben kein bisschen Lust, schlafen zu gehen.

Ihre Eltern sind ganz verzweifelt.

„Für heute ist Schluss!“, sagt Mama Wolf.

„Ab in die Höhle!“, sagt Papa Wolf.

„Nein!“, schreien die kleinen Wölfe. „Wir wollen noch spielen! Am liebsten die ganze Nacht!“

Doch da – was ist das? Sie ducken sich. Werden ganz ruhig. Legen sich platt auf den Boden.

Denn über ihnen steht jetzt der Mond. Groß und rund. Eine strahlende Kugel über den Tannen. Den großen, runden Mond haben die Wolfskinder noch niemals gesehen.

„He, he, he!“, sagt der Mond. „Was ist denn hier los?“

Fünf kleine Wölfe sind plötzlich mucksmäuschenstill.

„Jetzt kommt die Nacht“, sagt der Mond, „und ich muss für Ruhe sorgen.“

Die Wolfskinder schauen wie gebannt zum Himmel hinauf.

„Meinetwegen könnt ihr mir noch ein Nachtlied singen“, sagt der Mond. „Ich habe Musik sehr gern.“

Die kleinen Wölfe setzen sich gehorsam in eine Reihe. Alle fünf. Ihre Eltern setzen sich dazu. Und dann singen alle zusammen dem Mond ein Lied, zuerst richtig schön laut und dann immer leiser.

„Gute Nacht, Mond“, sagen die kleinen Wölfe gähnend. „Gute Nacht, Papa.“

Danach kriechen sie mit Mama Wolf in die Höhle.

Papa Wolf blickt zufrieden zum Himmel und sagt: „Danke schön, Mond!“

„Keine Ursache!“, erwidert der Mond. „Es macht mir immer wieder Spaß, tobende Kinder zur Ruhe zu bringen.“

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

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