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Die Kühe sind los

Pia macht mit ihren Eltern Ferien auf dem Bauernhof von Bauer Ewald. Auf dem Bauernhof gibt es viele Kühe. Deswegen hilft Jungbauer Stefan beim Füttern und Melken.

Als Pia zur Weide läuft, um den Kühen einen guten Morgen zu wünschen, macht sie eine furchtbare Entdeckung.

Das Gatter steht offen, und die Weide ist leer! So schnell sie kann, rennt Pia zum Bauernhof und ruft: „Mama! Papa! Bauer Ewald! Die Kühe sind weg!“

Pias Geschrei zieht alle auf den Hof. Bauer Ewald, Jungbauer Stefan und der Hund laufen sofort los, um zu gucken, ob Pia sich vielleicht vertan hat und auf der falschen Weide nach den Kühen gesucht hat. Aber nein, sie hat recht: Die Weide ist leer.

„Die Kühe sind weg“, sagt Bauer Ewald.

„Sag ich doch!“, ruft Pia und verschränkt die Arme.

„Der Zaun ist noch in Ordnung“, überlegt der Bauer. „Nur das Gatter steht offen. Irgendjemand muss es geöffnet haben.“

Da fällt dem Jungbauern Stefan etwas ein: „Gestern stand Resi die ganze Zeit am Gatter und hat ihr Maul daran gerieben. Ob das was damit zu tun hat?“

Bauer Ewald kann es nicht glauben: „Kühe öffnen doch kein Gatter!“ Pia kichert. „Resi ist die klügste Kuh der Welt. Vielleicht hatte sie einfach Lust, spazieren zu gehen.“

„Vielleicht …“, flüstert Bauer Ewald und guckt suchend in den leeren Kuhstall, ob die Kuhherde sich vielleicht dort versteckt hat.

Stefan holt Führstricke und Halfter aus dem Schuppen und teilt den Suchtrupp auf. Pia soll mit ihren Eltern auf dem Hof bleiben.

„Oder einen Ausflug machen“, brummt Bauer Ewald. „Ihr Städter versteht nichts vom Kühefinden. Ihr vertreibt sie nur.“

Pia stampft mit dem Fuß auf: „Menno!“ Aber das nützt nichts. Sie muss auf dem Hof bleiben.

„Ich leg mich noch mal hin“, seufzt Pias Papa, und Pias Mama macht es sich mit einer Tasse Kaffee und ihrem Buch in der Sonne gemütlich.

„Und ich?“, fragt Pia. Aber Mama ist schon in ihr Buch vertieft und antwortet nicht.

„Komm, Sam!“, sagt Pia zum Hofhund und nimmt einen Stock. Den wirft sie, so weit sie kann, und Sam bringt ihn wieder zurück. Immer wieder. Aber irgendwann wird das langweilig.

„Wir können ja auch mal gucken, wo die Kühe sind“, sagt Pia leise. Sam wedelt mit dem Schwanz. Ohne dass es jemand merkt, gehen Pia und der Hund vom Hof.

„Nur bis zur Weide“, flüstert Pia und dann: „Nur bis zur Kreuzung …“ Und dann läuft sie doch weiter und Sam immer hinterher.

„Wo würde ich hingehen, wenn ich eine Kuh wäre?!", überlegt Pia. „Vielleicht in den Wald?“ Bis dorthin ist es nicht weit.

„Such, Sam!“, befiehlt Pia. Aber der Hund schaut sie nur erwartungsvoll an. „Alles muss man allein machen.“

Pia seufzt und biegt in den Weg zum Teich ab. Und da steht Resi auf einmal! Zusammen mit den anderen Kühen.

„Resi!“, ruft Pia, und Resi muht. Sie streckt ihren Kopf nach vorn und lässt sich unter dem Kinn kraulen.

Als Pia leise „Komm mit!“ sagt, kommt Resi tatsächlich mit, und die anderen Kühe kommen auch mit. Sam hält Abstand, denn die großen Tiere mit den Hörnern sind ihm nicht geheuer.

Als Pia mit der Kuhkarawane auf dem Hof eintrifft, staunt der Bauer.

„Donnerwetter!“, ruft er. „Das kleine Stadtmädchen hat ganz allein die Kühe gefunden und zurückgebracht!“

Pia strahlt.

Ende der Geschichte! Schlaf schön!

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