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Die Knuddelbande (Kapitel 7-12)

Hier kommt der zweite Teil der Geschichte. Den ersten Teil rund um die Knuddelbande findet ihr im Geschichtenregal.

Wo seid ihr?

Marta ist langweilig, sie möchte gerne mit ihren Freunden spielen.

Zuerst schaut sie bei Rocky vorbei, aber der Steinbock ist nicht in seinem Gehege.

Dann geht sie zu Hicks, doch das Äffchen ist auch nicht da. Hm, merkwürdig!

„Ach so“, fällt Marta schließlich ein. „Bestimmt sind alle bei Knut und planschen zusammen.“

Das Minischwein freut sich schon, auch gleich ins Wasser zu springen, aber als es da ist, schwimmt nur eine gelbe Quietscheente im Becken des Pinguins.

Keine Spur von Rocky, Hicks und Knut! Wo sind die alle bloß?

„Rocky, Knut, Hicks, hallo, wo seid ihr?“, ruft Marta.

Niemand antwortet. Das kann doch gar nicht sein!

Aufgeregt scharrt Marta mit den Hufen.

Dann läuft sie zu den Störchen. Die beiden machen einen Rundflug durch den Zoo und suchen Martas Freunde, während das Minischwein immer wieder laut nach ihnen ruft.

Vergeblich. Rocky, Hicks und Knut sind spurlos verschwunden.

Selbst der weise Löwe Leonhard hat diesmal keinen Rat.

Langsam wird es Marta unheimlich. Was ist, wenn ihre Freunde gar nicht mehr im Regenbogenhof sind? Was ist, wenn sie aus irgendeinem Grund für immer fortgegangen sind? Wird sie Rocky, Hicks und Knut nie mehr wiedersehen?

„Nein!“, schreit Marta, wirft sich auf den Boden und strampelt verzweifelt mit den Beinen.

Plötzlich spürt sie eine Flosse auf dem Rücken und hört eine vertraute Stimme: „Marta! Hier sind wir doch.“

Das Minischwein reißt die Augen auf. Die Sonne scheint, sie liegt im Gras und wer beugt sich über sie? Rocky, Hicks und Knut! Der Pinguin hat ihr seine Flosse sanft auf den Rücken gelegt.

„Wo … wo wart ihr denn?“, fragt Marta verwirrt.

Hicks lächelt. „Du hast bei deinem Mittagsschlaf laut nach uns gerufen. Da sind wir natürlich gleich alle zu dir gelaufen.“

Marta fällt ein Riesenstein vom Herzen. Das war alles nur ein schlechter Traum!

Schnell steht sie auf und umarmt ihre Freunde. „Stellt euch vor, ich habe geträumt, dass ihr alle weg seid!“

„Keine Sorge, wir sind hier“, brummt Rocky. „So schnell wirst du uns nicht mehr los.“

Am Abend kuschelt sich das Minischwein ganz eng an Rocky, Hicks und Knut. Gemeinsam flüstern sie: „Der Tag hat einen Schreck gebracht. Das hat uns Freunde stark gemacht.“

Die lustige Seelöwenshow

Im Sommer ist richtig was los. Tierpfleger Sascha hat eine neue Show mit den Seelöwen Sina und Fred vorbereitet, die er heute zum ersten Mal zeigt.

Knut steht mit seinen Freunden in der ersten Reihe und schaut zu.

Toll, was Sina und Fred alles können! Knut ruft immer wieder laut „Bravo!“ und klatscht mit seinen Flossen.

Jetzt kommt der Höhepunkt der Show: Sascha wirft einen Reifen in hohem Bogen durch die Luft.

Oje! Der Reifen ist viel zu weit weg von den beiden Seelöwen. Den können Sina und Fred ja gar nicht fangen.

Blitzschnell streckt Knut seinen Kopf vor und macht den Hals extra lang. Hurra! Er hat es geschafft, er hat den Reifen gefangen!

Rocky, Hicks und Marta gratulieren ihm und die Zuschauer jubeln, weil sie denken, dass das ein ganz besonderer Trick war.

Tierpfleger Sascha winkt dem Pinguin zu und zeigt auf das Seelöwenbecken.

Knut soll reinspringen? Das macht er doch gerne!

Mit einem großen „Platsch!“ hüpft der Pinguin ins Wasser.

Schon sind Sina und Fred an seiner Seite und begrüßen ihn fröhlich schnatternd.

Knut schwimmt mit den beiden Seelöwen zwei Runden durch das Becken. Dann taucht Fred unter und nimmt Knut auf den Bauch, damit alle Zuschauer ihn sehen können.

„Bravo, bravo, bravo!“, rufen die Zuschauer. „War das eine tolle Show!" – „Der Pinguin hat mir am allerbesten gefallen.“ Die Leute sind völlig aus dem Häuschen.

Knut freut sich riesig, aber langsam könnten die Menschen mal wieder aufhören zu klatschen.

Der Pinguin bedankt sich bei Sina und Fred. Dann steigt er aus dem Becken und will zu seinen Freunden, aber das ist gar nicht so einfach. Überall sind begeisterte Leute, die ihn unbedingt aus der Nähe sehen wollen und ihn kaum durchlassen.

„Das wird mir jetzt aber zu bunt!“, sagt Rocky irgendwann, stapft in die Menge hinein und nimmt Knut auf seine Hörner.

Der Pinguin bedankt sich und lässt sich vom Steinbock nach Hause bringen. Marta und Hicks laufen voraus und machen den Weg frei.

Am Abend lassen die Freunde Knut noch einmal hochleben.

Der Pinguin lacht und dann muss er plötzlich ganz doll gähnen. „Huaah! Der Tag hat so viel Spaß gemacht. Huaah! Jetzt sagen wir uns Gute Nacht.“

Lasst Quirin in Ruhe!

Die Knuddelbande lädt Ameisenbär Quirin zum Picknick ein.

Zu fünft liegen sie bei Rocky im Gras und futtern Erdbeeren.

Als ein paar Ameisen über den Arm von Äffchen Hicks krabbeln, fährt Quirin seine lange Zunge aus und frisst – „Schmatz!“ – alle auf.

„Wie gut, dass du auf Ameisen stehst“, kichert Hicks und die Knuddelbande bedankt sich bei ihrem netten Freund.

Da kommt die freche Raufbande vorbei und entdeckt Quirin. „Da ist ja wieder dieses hässliche, struppige Tier!“, ruft Wildkatze Wanja.

Lama Ludwig schüttelt sich. „Und seht euch mal diese Zunge an: voll eklig!“

„Kennt ihr den schon?“, fragt Murmeltier Momo, während es sich auf die Hinterbeine stellt. „Wann rennen die Leute im Zoo ganz schnell weg? Sobald sie einen Ameisenbär sehen!“

„Hahaha!“, lacht sich die Raufbande schlapp.

Quirin lässt traurig den Kopf hängen und will sich davonschleichen.

„Kommt nicht infrage!“, widerspricht Rocky und droht der Raufbande mit seinen Hörnern. „Ihr verschwindet jetzt, und zwar sofort. Lasst Quirin in Ruhe!“

Hicks kreischt, so laut er kann, Marta quiekt und Knut schnattert empört.

Das hören die Störche, die sofort herbeifliegen und wütend mit ihren Schnäbeln klappern.

Das alles wirkt. Die feige Raufbande macht sich aus dem Staub.

Aber schon am nächsten Tag gibt es wieder Ärger. Die Raufbande wirft faule Eier in Quirins Gehege.

Als der Ameisenbär faucht und wegläuft, rennen sie ihm hinterher und Hund Henri ruft: „Wer, wer, wer mag den Ameisenbär?“ „Keiner!“, brüllen Wanja, Ludwig und Momo.

Die Knuddelbande regt sich furchtbar auf. Jetzt ist Schluss mit lustig! Schnell denken sich Rocky, Knut, Hicks und Marta einen Plan aus.

Dann stellen sich nebeneinander und versperren der Raufbande den Weg.

„Lasst uns sofort durch!“, verlangt Wanja, aber die Knuddelbande denkt nicht daran.

Da kann die Wildkatze so viel fauchen, wie sie will, und Lama Ludwig so lange spucken, bis der Mond aufgeht.

Inzwischen versteckt sich Quirin schnell im Schuppen neben Martas Gehege. Nach einer Weile quiekt Marta aufgeregt: „Quirin ist zu mir gerannt. Schnell, wir müssen zu ihm!“

Die Knuddelbande läuft los, aber extra langsam, damit die Raufbande sie locker überholen kann.

Am Tor zu Martas Gehege gibt Rocky der Raufbande einen kräftigen Schubs mit seinen Hörnern. Mit einem großen „Platsch!“ fallen alle in den Matsch.

„Hahaha, seht ihr hässlich aus!“, ruft Hicks und zeigt auf die braunen Gesichter von Wanja, Ludwig, Henri und Momo.

Die Raufbande schämt sich und will bloß noch weg, aber vorher muss sie sich noch bei Quirin entschuldigen und versprechen, dass sie ihn nie wieder ärgern wird.

Am Abend ruft die Knuddelbande: „Das haben wir ganz toll gemacht. Bei uns wird niemand ausgelacht!“

Ich bin du

Rocky, Knut und Marta sind bei Hicks und schauen dem Äffchen zu, wie es von einem Baum zum anderen springt.

„Wie ist das eigentlich so, ein Affe zu sein?“, will Knut wissen.

Hicks kratzt sich am Kopf. „Weiß nicht. Das müsstest du selber ausprobieren.“

„Au ja!“, ruft Minischwein Marta plötzlich. „Wir spielen ,Ich bin du‘.“

Drei Köpfe drehen sich zum Minischwein herum. Was soll das denn für ein Spiel sein?

Marta erklärt es: „Also, bei ,Ich bin du‘ tauscht man die Rollen. Sagen wir einfach mal, Knut ist heute ein Äffchen, Rocky ist ein Pinguin, Hicks ein Minischwein und ich bin ein Steinbock.“

„Hihi!", kichert Hicks. „Das wird lustig.“

Den anderen gefällt das Spiel auch total gut. Sie fangen sofort damit an und tauschen natürlich auch ihre Gehege.

Hicks grunzt und quiekt wie ein Schwein. Er springt in ganz viele Pfützen und wälzt sich im Schlamm.

Inzwischen kreischt Knut wie ein Affe, hüpft wild hin und her und schaukelt im Gummireifen.

Rocky watschelt wie ein Pinguin und planscht schnatternd im Wasserbecken.

Marta stampft mit den Hufen wie ein Steinbock. Sie tut so, als ob sie ganz große Hörner hätte, und stellt sich stolz auf den höchsten Felsen.

Am Ende dieses aufregenden Tages kommt die Knuddelbande bei Marta zusammen und erzählt, wie es war.

„Grunz, grunz, total lustig!“, sagt Hicks und wischt sich einen Schlammspritzer von der Nase. „Aber ich war noch nie so vermatscht wie heute.“

Knut fand es sehr komisch, so laut und wild wie ein Affe zu sein. Nur das mit dem Klettern hat nicht geklappt. Der Pinguin ist immer wieder am Stamm abgerutscht.

„Mir hat das Planschen super gefallen“, berichtet Rocky. „Echt schade, dass ich nicht schwimmen kann.“

Minischwein Marta schnauft: „Eine tolle Aussicht hat man von deinem Felsen, Rocky. Aber ich bekomme bestimmt einen Riesenmuskelkater vom Klettern.“

Die Knuddelbande hat sich jede Menge zu erzählen und selten haben die vier Freunde so viel gelacht.

Am Abend wischt sich Knut eine Lachträne aus den Augen und seufzt: „Wisst ihr, was? Am schönsten ist es doch, man selbst zu sein!“

Das finden die anderen auch und sagen: „Der Tag hat so viel Spaß gemacht. Jetzt sagen wir uns Gute Nacht.“

Ich will Karussell fahren!

Den Montagmorgen mag Rocky am allerliebsten. Da darf die Knuddelbande nämlich eine Stunde, bevor der Zoo aufmacht, Karussell fahren.

Auch heute ist der Steinbock wieder als Erster da. Aber was ist hier los?

Jemand hat ein rot-weißes Band um das Karussell gespannt. Zwei Männer in blauen Latzhosen schrauben und werkeln an den Holztieren herum.

Inzwischen sind Marta, Hicks und Knut auch eingetrudelt. „Oh nein, das Karussell ist kaputt!“, ruft Hicks enttäuscht.

Marta und Knut sind auch ganz traurig, doch sie sehen ein, dass da wohl nichts zu machen ist. Erst muss das Karussell wieder repariert werden.

Nur Rocky stampft wütend mit den Hufen auf. „Ich will Karussell fahren – und zwar jetzt gleich sofort!“

„Das geht leider nicht“, sagt Marta. „Komm, wir spielen was anderes und kommen nächsten Montag wieder her.“

Aber Rocky bleibt bockig. Er will Karussell fahren, und zwar jetzt sofort.

Da versucht Knut, den Steinbock auf andere Gedanken zu bringen. „Bei der Spielwiese ist es doch auch schön.“

„Die Spielwiese ist doof!“, gibt Rocky trotzig zurück.

Marta, Hicks und Knut seufzen und geben es auf. Sie sagen Rocky, dass sie schon mal zur Spielwiese vorausgehen und er jederzeit nachkommen kann.

Als seine Freunde weg sind, stampft Rocky noch ein paarmal mit Hufen und ärgert sich.

Er sieht den Männern zu, aber da gibt es nichts Besonderes zu sehen. Bald wird ihm schrecklich langweilig. Na, gut, dann geht er eben auch zur Spielwiese.

„Hallo, Rocky!“, ruft Hicks dem Steinbock entgegen. „Du kommst genau richtig. Wir haben uns ein tolles neues Spiel ausgedacht.“

„Was denn?“, fragt Rocky neugierig.

Seine Freunde erklären es ihm. Dann haken sie sich unter und rennen zusammen im Kreis herum, immer schneller und schneller.

Jetzt sind sie auch ein Karussell. Das gefällt Rocky total gut.

Am Abend muss der Steinbock zugeben: „Der Tag hat doch noch Spaß gemacht. Jetzt sagen wir uns Gute Nacht.“

Wie gut, dass du getrödelt hast

An einem sonnigen Sommermorgen fragt Pinguin Knut: „Habt ihr Lust, zum Abenteuerspielplatz zu gehen?“

„Au ja!“, rufen seine Freunde.

Gut gelaunt macht sich die Knuddelbande auf den Weg. Rocky, Hicks und Knut können es kaum erwarten und laufen, so schnell sie können, los.

Irgendwann merken sie, dass Marta fehlt. Das Minischwein ist bei einer Wiese stehen geblieben und schnuppert an einer blauen Blume.

„Hm, die duftet aber gut!“, freut sich Marta. „Kommt her und riecht auch mal.“

„Jetzt nicht“, sagt Rocky. „Wir wollen doch zum Spielplatz.“

Weil Marta das natürlich auch möchte, schließt sie sich wieder ihren Freunden an.

Ein paar Meter weiter entdeckt das Minischwein leckere Walderdbeeren. „Hm, die schmecken aber gut!“, freut es sich. „Probiert auch mal.“

„Jetzt nicht“, sagt Knut und hüpft ungeduldig von einem Fuß auf den anderen. „Bitte komm endlich!“

Marta beeilt sich und holt ihre Freunde rasch ein. Gemeinsam gehen sie weiter, bis das Minischwein wieder stehen bleibt und die Augen zumacht.

Diesmal möchte Martha die Sonne und den Wind auf ihrem Rücken spüren. Ist das herrlich!

Jetzt wird es Hicks zu bunt. „Trödel doch nicht dauernd! So kommen wir ja nie zum Spielplatz.“

„Na und?“, sagt Marta, die nun ein bisschen beleidigt ist und sich extra nicht beeilt.

Da entdeckt sie in einem hohlen Baumstamm einen kleinen Ball und ruft aufgeregt: „Seht mal, was ich gefunden habe!“

Neugierig laufen Rocky, Hicks und Knut zu ihr zurück.

Die Knuddelbande probiert den bunten Ball gemeinsam aus und entdeckt, dass er richtig toll hüpfen kann.

Den Ball müssen sie unbedingt zum Abenteuerspielplatz mitnehmen.

Hicks zwinkert Marta zu und kichert: „Wie gut, dass du getrödelt hast!“

Die Knuddelbande hat viel Freude auf dem Abenteuerspielplatz mit dem Ball.

Am Abend werfen sie sich den bunten Ball gegenseitig zu und rufen laut: „Der Tag hat so viel Spaß gemacht. Jetzt sagen wir uns Gute Nacht.“

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

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