Ein Service von Stiftung Lesen und Deutsche Bahn Stiftung.

Einfach vorlesen! Stiftung Lesen Deutsche Bahn Stiftung

jetzt drucken

Der kleine Trotzdrache

Eine Geschichte von Patricia Mennen mit Illustrationen von Betina Gotzen-Beek, erschienen bei arsEdition.

Fauchi ist ein grüner Feuerdrache mit leuchtend roten Punkten.

Er hat eine große Drachenfamilie und viele Drachenfreunde. Sooft er kann, spielt er Feuerball mit seinen Freunden Draco, Zack und Drixi.

Oder Fauchi denkt sich Späße aus.

Oder er zeigt Papa Feuerdrache, wie weit er schon Feuer spucken kann.

Und wenn es Abend wird, dann schaut er gemeinsam mit Mama Feuerdrache und Drachenschwester Spucki Bilderbücher an.

An solchen Tagen ist Fauchi mit sich und der Welt zufrieden.

Eines Nachts schläft Fauchi tief und fest in seiner Drachenhöhle.

Da schleicht sich von irgendwo ein kleines, haariges Monster an. Es ist das kleine Trotz.

Hoppladihopp krabbelt es in Fauchis Drachenohr. Und ehe Fauchi weiß, wie ihm geschieht, flüstert ihm das kleine Trotz merkwürdige Dinge ein.

„Wer bist du?“, fragt Fauchi.

Ihm ist ganz komisch.

Alles, was gestern noch schön war, findet er jetzt hässlich und blöd.

„Ich bin dein bester Freund“, behauptet das kleine Trotz. „Keiner hat dich so lieb wie ich!“

Fauchi glaubt das nicht. Alle haben ihn lieb! Oder doch nicht?

Beim Einkaufen entdeckt Fauchi ein superneues Brennfeuerspiel. Es ist sooo schön!

„Wenn deine Mama dich lieb hat, bekommst du das Spiel!“, flüstert das kleine Trotz.

„Ich möchte das superneue Brennfeuerspiel“, fordert Fauchi.

Aber Mama Feuerdrache schüttelt nur den Kopf: „Du hast heute nicht Geburtstag!“

„Ich will es trotzdem!“, knurrt Fauchi.

„Kommt gar nicht infrage!“ Das ist Mama Feuerdraches letztes Wort.

Da wird Fauchi so wütend, dass er sich auf den Boden wirft und wild mit seinen Tatzen um sich schlägt. Das kleine Trotz springt vor Freude in die Luft.

Im Drachen-Kindergarten bauen Fauchi und Zack eine Drachenburg. „Aufräumen“, ruft Frau Feuerschreck.

„Mach du das“, sagt Zack. Fauchi tut immer, was sein bester Freund sagt, und fängt an. Das kleine Trotz hält ihn auf. „Zack kann auch mal aufräumen!“, meint es.

„Aber dann ist Zack nicht mehr mein Freund", fürchtet Fauchi. „Wenn er dein Freund ist, dann räumt er auch auf“, sagt das kleine Trotz. Fauchi nickt.

„Heute räumst du auf!“, sagt er zu Zack und stampft davon. Erst ist Zack wütend. Aber dann räumt er die Sachen doch weg und bleibt trotzdem Fauchis Freund.

Der kleine Drache freut sich.

Am nächsten Morgen beim Frühstück meint das kleine Trotz: „Dein Platz ist doof. Deine Schwester hat einen viel besseren!“

Stimmt, denkt Fauchi. Spucki kann woanders hin! „Ich will auf deinem Platz sitzen“, brummt er und baut sich drohend vor seiner kleinen Schwester auf.

Aber Spucki will das nicht. „Ich geh nicht weg von meinem Platz“, ruft sie empört.

„Tust du doch!“ Fauchi stampft drohend mit seiner Hintertatze auf. Er schubst seine Schwester sogar.

Papa Feuerdrache lässt seine Zeitung sinken. „Lass deine Schwester in Ruhe“, sagt er. „Am Tisch gibt es genügend Platz!“ Knurrend setzt sich Fauchi auf die Bank.

„Unser Lieblingsessen!“, jubelt Spucki. Mama Feuerdrache stellt eine Schüssel mit blubberndem Krötenschleimauflauf und giftgrüner Natternsoße auf den Tisch.

Fauchi greift gierig nach der Schüssel. „Krötenschleimauflauf ist langweilig!“, sagt das Trotz.

Fauchi schiebt die Schüssel weg und brüllt: „Ich mag keinen Krötenschleimauflauf! Ich will Blutegelquark mit Regenwurmtoast!“

„Iss, was auf den Tisch kommt", knurrt Papa Feuerdrache. „Dann geh ich eben ohne Essen in den Drachen-Kindergarten“, trotzt Fauchi. Das kleine Trotz ist begeistert.

„Ihr habt mich nicht lieb!“, brüllt der kleine Feuerdrache und verlässt wütend die Höhle.

Vor lauter trotzigem Trödeln kommt Fauchi zu spät. Alle Drachenkinder warten schon.

Auf geht’s zur großen Drachenwiese. Fauchi will mit Drixi gehen. Aber Drixi hält schon Draco an der Tatze.

„Wenn sie dich gernhat, geht sie mit dir“, behauptet das kleine Trotz.

Fauchi knufft Draco an: „Geh weg, Drixi geht mit mir.“

„Ich war zuerst da“, sagt Draco und hält Drixis Tatze ganz fest.

„Stimmt", meint Drixi bedauernd. „Aber wenn du willst, gehe ich auf dem Rückweg mit dir.“ „Dann will ich aber nicht mehr mit dir gehen!“, schnaubt Fauchi trotzig.

Unterwegs singen die Drachenkinder lustige Lieder. Fauchi singt gerne.

„Hör auf“, befiehlt ihm das kleine Trotz. „Singen ist blöd!“

Schade, denkt Fauchi. Er schweigt, aber nur weil das Trotz es so will. Mürrisch trottet der kleine Feuerdrache den anderen hinterher.

Auf der Drachenwiese setzt er sich ganz allein ans andere Ende der Wiese.

Dann wollen Drixi, Zack und Draco mit Fauchi Feuerball spielen. Feuerball ist Fauchis Lieblingsspiel.

„Feuerball ist doof!“, meint das kleine Trotz.

„Wir spielen Ritterjagen“, bestimmt Fauchi. Aber Drixi, Zack und Draco haben keine Lust. Fauchi macht das schrecklich wütend.

„Ihr seid nicht mehr meine Freunde!“, brüllt er und schlägt kräftig mit dem Schwanz auf den Boden.

„Ihr seid nicht mehr meine Freunde!“, brüllt er und schlägt kräftig mit dem Schwanz auf den Boden.

„Euch werde ich’s zeigen!“, schnaubt Fauchi. Er geht zum höchsten Baum auf der Drachenwiese und klettert hinauf. Immer höher steigt er – so hoch, dass die spielenden Drachenkinder auf der Drachenwiese so klein wie bunte Punkte werden.

„Komm sofort da runter!“, ruft Frau Feuerschreck. „Lass sie reden“, sagt das Trotz.

„Ich komme nicht runter", schreit Fauchi. „Heute nicht, morgen nicht und übermorgen erst recht nicht!“ Und zum Beweis stößt Fauchi wütende kleine Wölkchen aus.

Bald wird es Fauchi langweilig. Und Hunger hat er auch. „Ich geh runter!“, meint er.

„Tust du nicht!“, befiehlt das Trotz. „Du bleibst hier! Für immer!“

Da merkt Fauchi, dass das Trotz Unsinn redet. Warum hat er nur auf es gehört? „Lass mich in Ruhe!“, sagt Fauchi. „Ich weiß selber, was ich tun muss!“

„Dann bist du nicht mehr mein Freund“, droht das Trotz. „Mir doch egal“, schimpft Fauchi. Da wird das Trotz immer kleiner und beleidigter und geht schließlich fort.

Fauchi ist froh, dass das Monster endlich verschwunden ist.

Fauchi will zurück zu seinen Freunden. Aber so leicht ist das nicht. Er ist so hoch geklettert! Jetzt wird ihm ganz schwindlig.

„Dieses dumme Trotz hat an allem Schuld!", jammert er. „Niemand mag mich mehr! Mit allen habe ich Streit – und jetzt sitze ich auch noch auf diesem riesigen Baum und komm nicht mehr hinunter!“

Ein ganzer Sturzbach von zischenden Drachentränen platscht durch die Blätter des Baumes.

„Warum kommst du nicht?“, ruft eine Stimme von ganz weit unten. Es ist Drixi.

„Ich kann nicht“, schluchzt Fauchi. „Ich habe Angst!“

„Du musst fliegen“, ruft Drixi. „Du hast doch Flügel!“

„Aber ich bin noch nie von so weit oben geflogen!“ Fauchis Stimme klingt ganz kläglich.

„Du schaffst das schon“, ermuntert ihn Drixi. „Du hast es doch gelernt.“

Fauchi nickt. Drixi hat recht. Im Fliegen war er immer gut. Er breitet seine Flügel aus, schließt die Augen und startet los.

Als er die Augen öffnet, gleitet er durch die Luft. Wie schön das ist!

Alle Drachen können fliegen !

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

Oder noch nicht genug vorgelesen?

Hier findest du weitere Geschichten.

weiterlesen

Lesezeichen hinzugefügt

Du hast für diese Geschichte auf diesem Gerät ein Lesezeichen gesetzt. Wenn du sie das nächste Mal öffnest, kannst du an der markierten Stelle fortfahren.

ok, verstanden