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Blöde Ziege, dumme Gans

Eine Geschichte von Isabel Abedi illustriert von Dagmar Henze, erschienen im arsEdition Verlag.

Die Geschichte aus Sicht der kleinen Gans:

Es war ein wunderschöner Sommertag. Die Sonne lachte vom Himmel herab und die Blumen versüßten die Luft mit ihren Düften.

Doch die kleine Gans wollte nichts von all dem wissen. Sie knallte die Tür vom Kindergarten zu und schnatterte den ganzen Heimweg lang empört vor sich hin.

„Nanu, was ist denn mit dir los?“, wunderte sich die Gänsemutter, als die kleine Gans nach Hause kam.

„Ich habe Wut im Bauch!", schimpfte die kleine Gans. „Wegen dieser blöden Ziege! Mit der spiele ich nie wieder!“

„Warum nicht?“, fragte die Gänsemutter.

Da erzählte ihr die kleine Gans, was alles passiert war.

„Schon beim Frühstück hat diese blöde Ziege mich immer angemeckert, wenn ich was erzählen wollte. Als ich gesagt habe, sie soll nicht so zickig sein, war sie sauer und hat mich eine dumme Schnatterliese genannt. Beim Malen hat die Ziege über meine schöne Gans gelacht.

›Die sieht ja aus wie eine Banane mit Plattfüßen‹, hat sie gesagt.

Im Sandkasten wollte mir diese geizige Ziege nichts von ihrem Sandspielzeug abgeben. Und dann ist sie mit ihren blöden Stinkehufen auf meiner Sandburg herumgetrampelt. Als ich sie wegschubsen wollte, hat sie mir mit ihren Hörnern so fest in den Po gepikst, dass ich jetzt noch zwei blaue Flecken habe."

Wütend sah die kleine Gans ihre Mutter an. „Ich hasse diese blöde Ziege. Und ich will sie nie, nie wieder sehen!"

Mit diesen Worten stapfte die kleine Gans auf ihr Zimmer.

Die Sonne leuchtete in ihr Fenster hinein. An solchen Tagen spielte die kleine Gans eigentlich immer mit der kleinen Ziege auf der großen Wiese. Aber heute würde sie das bestimmt nicht tun.

Ich spiele überhaupt viel lieber alleine, sagte die kleine Gans zu sich.

Sie machte einen Gänsemarsch durch ihr Zimmer und legte ein Ei für ihren Dinosaurier. Den Dinosaurier hatte die kleine Gans von der kleinen Ziege zum Geburtstag geschenkt bekommen.

Immer wenn die kleine Ziege zu Besuch war, spielten sie Gänsevater, Ziegenmutter und Dinosaurierkind.

Plötzlich merkte die kleine Gans, dass sie sich langweilte. Die kleine Gans öffnete das Fenster. Das Wetter war schnabelhaft und von Weitem konnte sie das Haus der kleinen Ziege sehen.

Was die Ziege wohl gerade macht, fragte sich die kleine Gans. Sie seufzte und schaute auf ihren Po, wo die kleine Ziege sie gepikst hatte. Die blauen Flecken waren verschwunden.

Die kleine Gans fühlte auf ihren Bauch, wo die Wut auf die kleine Ziege drin gewesen war. Doch die Wut war ebenfalls verschwunden.

Da machte die kleine Gans das Fenster wieder zu. „Ich geh mal gucken, was die Ziege so macht“, sagte sie zu ihrer Mutter.

Als die kleine Gans auf das Haus der kleinen Ziege zuging, sah sie von Weitem etwas Kleines, Braunes, das langsam auf sie zukam und mit jedem Schritt größer wurde. So wie die Freude der kleinen Gans.

Die Geschichte aus Sicht der kleinen Ziege:

Es war ein wunderschöner Sommertag. Die Sonne lachte vom Himmel herab und die Blumen versüßten die Luft mit ihren Düften.

Doch die kleine Ziege wollte nichts von all dem wissen. Sie knallte die Tür vom Kindergarten zu und meckerte den ganzen Heimweg lang beleidigt vor sich hin.

„Nanu, was ist denn mit dir los?“, wunderte sich die Ziegenmutter, als die kleine Ziege nach Hause kam.

„Ich habe Wut im Bauch!", schimpfte die kleine Ziege. „Wegen dieser dummen Gans! Mit der spiele ich nie wieder!“

„Warum nicht?“, fragte die Ziegenmutter.

Da erzählte ihr die kleine Ziege, was alles passiert war.

„Schon beim Frühstück hat diese dumme Gans immer dazwischengeschnattert, wenn ich was erzählen wollte. Als ich gesagt habe, sie soll ihren Schnabel halten, hat sie mich eine blöde Zimtzicke genannt. Beim Malen hat die Gans über meine schöne Ziege gelacht.

›Die sieht ja aus wie eine Wurst mit Ohren‹, hat sie gesagt.

Im Sandkasten wollte mir diese gierige Gans mein ganzes Sandspielzeug wegnehmen. Und dann ist sie mit ihren blöden Gummiflossen über meinen Sandkuchen gewatschelt. Als ich sie wegschubsen wollte, hat sie mir mit ihrem Schnabel so fest in den Po gebissen, dass ich jetzt noch ganz rot an der Stelle bin."

Wütend sah die kleine Ziege ihre Mutter an.

„Ich hasse diese dumme Gans. Und ich will sie nie, nie wieder sehen!" Mit diesen Worten stapfte die kleine Ziege die Treppe hoch.

Die Sonne leuchtete in ihr Zimmer hinein. An solchen Tagen spielte die kleine Ziege eigentlich immer mit der kleinen Gans auf der großen Wiese. Aber heute würde sie das bestimmt nicht tun.

Ich spiele überhaupt viel lieber alleine, sagte die kleine Ziege zu sich.

Sie hüpfte im Zickzack durch ihr Zimmer und kochte Ziegenkäse für ihren Drachen.

Den Drachen hatte die kleine Ziege von der kleinen Gans zum Geburtstag geschenkt bekommen. Immer wenn die kleine Gans zu Besuch war, spielten sie Ziegenvater, Gänsemutter und Drachenkind.

Plötzlich merkte die kleine Ziege, dass sie sich langweilte. Die kleine Ziege öffnete das Fenster. Die Wiesen waren zum Anbeißen grün und von Weitem konnte sie das Haus der kleinen Gans sehen.

Was die Gans wohl gerade macht, fragte sich die kleine Ziege.

Sie seufzte und schaute auf ihren Po, wo die kleine Gans sie gebissen hatte. Die rote Stelle war verschwunden.

Die kleine Ziege fühlte auf ihren Bauch, wo die Wut auf die kleine Gans drin gewesen war. Doch die Wut war ebenfalls verschwunden. Da machte die kleine Ziege das Fenster wieder zu.

„Ich geh mal gucken, was die Gans so macht“, sagte sie zu ihrer Mutter.

Als die kleine Ziege auf das Haus der kleinen Gans zuging, sah sie von Weitem etwas Kleines, Weißes, das langsam auf sie zukam und mit jedem Schritt größer wurde.

So wie die Freude der kleinen Ziege.

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

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