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Waldemars lange Nacht

Eine Geschichte von Sandra Grimm und Katharina E. Volk mit Illustrationen von Anna Marshall, erschienen im arsEdition Verlag.

Waldemar lag in seiner Hängematte vor der Bärenhöhle und konnte nicht schlafen. Er wälzte sich hin und her. Als er sich zum zehnten Mal umdrehte, hatte er die Nase voll.

Er kletterte aus der Hängematte und tappte bis zu dem kleinen Bach hinter den Eichen. „Ich werde einen Schluck trinken“, dachte Waldemar. „Bestimmt kann ich danach wunderbar einschlafen.“ Waldemar schlürfte etwas Wasser, dann trottete er zurück zu seiner Hängematte. Dort lag er und starrte in den nächtlichen Himmel. Einschlafen konnte er immer noch nicht. „Vielleicht sollte mir jemand eine Gutenachtgeschichte erzählen! Davon schläft man bestimmt gut ein.“

Waldemar verließ erneut seine Hängematte und lief bis zur großen Buche, wo die Nachteule wohnte. Sie wusste nämlich so manche Geschichte zu erzählen. „Setz dich, Waldemar“, sagte die Nachteule freundlich. Dann begann sie, eine lange Geschichte von einem aufregenden Bärenabenteuer zu erzählen. Waldemar hörte gut bis zum Ende zu.

„Danke für die Geschichte“, sagte er anschließend und machte sich auf den Rückweg. Doch die Geschichte war so spannend gewesen, dass Waldemar nun erst recht hellwach war.

„Ich sollte mir den Einschlaftee nach Opa Willibalds Rezept kochen“, sagte Waldemar zu sich. Dazu musste er allerdings erst frische Kräuter suchen, denn frische Kräuter brauchte er für dieses Teerezept unbedingt. Er wusste, wo es die besten Kräuter gab: in der Nähe der Kastanienbäume am Waldrand. Waldemar seufzte. Die Kastanienbäume waren ganz schön weit weg! Aber es half wohl alles nichts! Also lief er los.

Endlich kam Waldemar am Waldrand an und pflückte die Kräuter für den Tee. Dann kehrte er sofort um. Auf der Hälfte des Weges stolperte er über seine Bärentatzen. Denn er war wirklich schon ziemlich müde! Waldemar war froh, als er im Mondlicht endlich seine Hängematte entdeckte. Geschafft!

Gähnend holte er seinen Kochtopf aus der Bärenhöhle. Waldemar streute die Kräuter in den Topf und übergoss alles mit heißem Wasser. Er wusste, dass die Kräuter erst eine Weile im Wasser ziehen mussten, bevor er seinen Tee trinken konnte. Müde kletterte Waldemar in seine Hängematte. „Ich lege mich so lange hin, bis der Tee fertig ist“, murmelte Waldemar. Er war wirklich sehr müde. Einen Moment lang schaute Waldemar noch in den funkelnden Sternenhimmel. Dann fielen ihm die Augen zu.

Waldemar schlief und träumte vom Bächlein, von der Eule, von den Kastanienbäumen und von einer langen Wanderung durch den Wald. Und seinen Tee würde er vielleicht am nächsten Abend trinken. Gute Nacht, Waldemar!

Singst du Waldemar noch ganz leise ein Gutenachtlied vor?

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

Oder noch nicht genug vorgelesen?

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