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Mein zauberhaftes Mondpony Lunabella

Eine Geschichte von Edith Thabet, mit Illustrationen von Ana-Maria Weller, erschienen bei arsEdition.

Weißt du‚ was jede Nacht mit deinen Träumen passiert?

Sie schweben wie Seifenblasen in den Sternenhimmel.

Wenn du Hilfe brauchst und ganz besonderes Glück hast‚ landen sie bei Lunabella‚ dem kleinsten Mondpony. Es erfüllt die Wünsche der Kinder.

Lunabella wohnt in einem zartbunten Traumschloss. Es steht auf einer Wolke aus silbernem Sternenstaub‚ auf der Rückseite des Mondes …

„Lunabella‚ Lunabella! Komm schnell!“‚ ruft Tabita‚ das Sternenmädchen. „Wir haben einen neuen Auftrag!“

Tabita tänzelt aufgeregt um eine große schillernde Traumblase‚ die sich vor dem Tor des Schlosses wie ein Kreisel dreht.

Sofort schwebt das Mondpony herbei und wiehert dreimal. Die Seifenblase steht still. Das Mondpony trippelt ganz nahe heran. Seine magischen Augen beginnen zu blinken.

„Nun‚ was ist? Kannst du schon etwas erkennen?“‚ fragt Tabita ungeduldig.

Lunabella sieht sehr besorgt drein. „Die kleine Lisa braucht mich ganz dringend. Lisa geht in einen neuen Kindergarten und hat Angst‚ weil sie dort noch keine Freunde hat"‚ sagt Lunabella. „Wir müssen uns sofort auf den Weg machen!“

Das Sternenmädchen verschwindet rasch im Schloss und kommt gleich darauf mit seinem Zauberstab und einer rosafarbenen Kette wieder.

Lunabellas zauberhaftes Glücksherz baumelt an der Kette. Tabita legt sie um den Hals des Mondponys und springt auf seinen Rücken.

Lunabella stellt sich auf die Hinterbeine und schnaubt. Aus den Nüstern kommt ein feiner Nebel‚ der sich rasch zu einem Wolkenboot formt.

Lunabella springt darauf und schwebt in dem Boot davon.

Die schillernde Traumblase saust schnell voran und weist ihnen den Weg. Rasch fliegt das Mondpony hinterher. So schnell‚ dass das Sternenmädchen fast weggeweht wird!

Da klammert sich Tabita noch ein bisschen fester an die Mähne des Mondponys.

Kaum haben sie ihr Ziel erreicht‚ zerplatzt die schillernde Seifenblase.

Lisas Fenster ist einen Spaltbreit geöffnet.

Das Mondpony kann mühelos hindurchschweben. Es ist ja ganz klein‚ kaum größer als ein Schaf.

Tabita springt von seinem Rücken.

Lisa wälzt sich unruhig in ihrem Bett umher. Immer wieder seufzt sie.

„Das arme Mädchen!"‚ sagt Lunabella. „Höchste Zeit‚ dass uns Lisas Hilferuf erreicht hat! Sie soll sich nicht weiter mit diesem bösen Traum plagen!“

Lunabella stupst das Mädchen ganz sanft mit seiner Schnauze an.

Lisa blinzelt – und reißt dann vor Schreck die Augen auf.

„Wer seid denn ihr …?“‚ stammelt sie.

„Du hast mich in deinem Traum zu Hilfe gerufen. Hier bin ich – dein Mondpony!"‚ sagt Lunabella.

„Und ich bin Tabita‚ das Sternenmädchen – Lunabellas Zaubergehilfin!"

Lisa weiß nicht recht‚ ob sie sich vor dem seltsamen Besuch fürchten oder sich darüber freuen soll. Sie springt aus dem Bett und verkriecht sich darunter – zur Sicherheit.

Tabita beugt sich zu ihr. „Hab keine Angst!“‚ versucht sie Lisa zu beruhigen.

Auch das Mondpony streckt Lisa seinen Kopf entgegen. „Wir Mondponys helfen Kindern‚ die Angst haben oder sich Sorgen machen! Jedes Kind hat sein ganz persönliches Mondpony. Die kleinen Ponys – so wie ich – helfen den kleinen Kindern‚ die großen den großen."

„Wieso hab ich dann noch nie von euch gehört?“‚ will Lisa wissen.

„Weil du noch nie einen so großen Traumwunsch hattest. Nur wenn der stark genug ist‚ übersteht er die Reise von der Erde zum Mond!"‚ erklärt Lunabella und Tabita nickt eifrig.

„Willst du uns nicht sagen‚ was dich so sehr bedrückt?“‚ fragt Lunabella.

Da beschließt Lisa‚ sich dem Mondpony anzuvertrauen‚ kriecht aus ihrem Versteck und setzt sich aufs Bett.

Und dann beginnt Lisa zu erzählen‚ dass sie mit ihren Eltern erst vor ein paar Wochen in die Stadt gezogen ist.

„Alle meine Freundinnen sind sooo weit weg!“‚ sagt Lisa traurig.

„Du wirst bestimmt bald neue Freunde finden!“‚ versichert Lunabella.

Lisa schüttelt den Kopf. „Wie denn?“‚ fragt sie unsicher.

Sie traut sich einfach nicht‚ andere Kinder im Kindergarten anzusprechen und zu fragen‚ ob sie mit ihr spielen möchten.

„Vertrau mir. Tabita und ich bleiben bei dir. Und morgen früh begleiten wir dich in den Kindergarten! Und keine Angst‚ nur du allein kannst uns sehen und hören!"

Ob das gut gehen kann?‚ denkt Lisa und bekommt rote Wangen. So wie immer‚ wenn sie vor Verlegenheit nicht ein und aus weiß. Wenn sie doch nur nicht so schüchtern wäre!

Am nächsten Tag ist Lisa sehr aufgeregt. Wie es wohl mit Lunabella und Tabita im Kindergarten werden würde?

Die Erzieherin Ines begrüßt die Kinder aus der „Igel-Gruppe“ und sie singen ein Lied.

Danach dürfen sich alle Kinder Spielsachen aus dem Regal holen.

Lunabella hat recht: Weder Ines noch die anderen Kinder merken‚ wer Lisa begleitet!

Daniel setzt sich auf den Spielteppich mit Straßen und Verkehrszeichen und lässt ein rotes Auto darauf hin und her fahren.

So ein tolles Auto! Mit Türen und Motorhaube zum Aufklappen!

Ob ich einfach zu Daniel hingehen soll?‚ überlegt Lisa.

Sie drückt Oskar‚ ihren Teddybären von zu Hause‚ fest an sich und sieht Hilfe suchend zu Lunabella.

Gedanken lesen ist für das Mondpony kinderleicht!

„Ja‚ tu das!“‚ ermutigt Lunabella das Mädchen.

Lisa setzt sich zu Daniel auf den Spielteppich. „Darf ich mal mit deinem Auto spielen?“‚ fragt sie.

„Nein!“‚ sagt Daniel und schüttelt den Kopf‚ ohne sie anzusehen.

Enttäuscht wendet sich Lisa ab.

„Gib nicht auf! Sag was Nettes zu ihm!“‚ rät Lunabella.

„Was denn?“‚ fragt Lisa.

„Sag ihm: He‚ deine Füße riechen ganz toll nach Käse!"‚ ruft Tabita.

Das Mondpony runzelt die Stirn. „Lass den Unsinn‚ Tabita!"‚ sagt es.

„Käse von unseren Mondkühen ist mein Lieblingsessen!“‚ verteidigt sich das Sternenmädchen.

Lisa muss lachen. Dann hat sie selbst eine Idee.

„Du gibst mir das Auto und kannst dafür mit Oskar spielen‚ okay?“‚ bietet sie Daniel an und hält ihm ihren Teddy hin.

Auf den Tausch lässt er sich bestimmt ein!

Aber Daniel schüttelt wieder nur den Kopf. Lisa spürt‚ wie Tränen in ihr hochsteigen.

Da schnaubt Lunabella dreimal leise. Das ist das Startzeichen für Tabita!

Endlich darf sie den Zauberspruch aufsagen!

Sie kommt ganz nah an das zauberhafte Glücksherz heran‚ schwingt ihren Zauberstab und spricht:

»Glitterflitter Fiorella‚

Zauberherz‚ du sollst erglühen!

Blubberflubber Mirastella‚

und ganz rasch Ideen versprühen!

Sternenglanz und Mondenschein‚

gleich fällt Lisa etwas ein!«

Im nächsten Augenblick beginnt das zauberhafte Glücksherz zu funkeln und zu leuchten. Seine feinen Lichtstrahlen hüllen Lisa einige Augenblicke lang in ein orangerotes Licht.

Zugleich sprühen Hunderte funkelnde Glitzersterne aus dem Herzen hervor.

Plötzlich fühlt sich Lisa mutig und stark. Sie weiß jetzt genau‚ was sie zu tun hat.

„Oskar möchte so gerne Autofahren lernen. Sollen wir es ihm zusammen beibringen?"‚ fragt sie Daniel.

„Na gut‚ wenn er mag!“‚ antwortet der Junge.

Lisa setzt Oskar hinters Lenkrad.

Wie erleichtert sie ist!

Daniel hat nicht Nein gesagt! Er spielt tatsächlich mit ihr!

Lisa schaut glücklich zu Lunabella.

Das Mondpony zwinkert ihr aufmunternd zu.

Lisa spürt‚ wie dieser erste Erfolg sie noch mutiger macht. „Und wenn du willst‚ bauen wir danach gemeinsam eine Garage aus den Bauklötzen"‚ schlägt sie vor.

„Und zwar die allertollste der Welt!“‚ stimmt Daniel lachend zu.

„Gut gemacht‚ Lisa! Weiter so!“‚ ermutigt Lunabella das Mädchen.

Auto fahren und Garagen bauen macht hungrig. Lisa kramt in ihrem Rucksack und holt zwei Äpfel heraus.

Einen davon hält sie Daniel hin. „Da‚ für dich!“‚ sagt sie.

„Danke!"‚ antwortet Daniel. „Dafür schenke ich dir die Hälfte von meinem Müsli-Riegel!“

Lisa strahlt vor Glück. Daniel hat den ganzen Vormittag mit ihr gespielt!

Gestern noch hätte sie sich nicht einmal getraut‚ ihn anzusprechen.

Vielleicht werden Daniel und ich ganz dicke Freunde‚ hofft Lisa.

Wie gut‚ dass das Mondpony ihr geholfen hat.

Doch gerade‚ als sie sich bei Lunabella und Tabita bedanken will‚ bemerkt sie‚ dass die beiden verschwunden sind.

Lisa läuft zum Fenster und sieht‚ wie sich Lunabella und Tabita in die Luft erheben. Lisa winkt ihnen nach.

Tabita winkt mit ihrem Zauberstab zurück‚ dann sind die beiden nur noch ein kleiner Glitzerpunkt am Himmel.

Ein bisschen traurig ist Lisa schon‚ dass das Mondpony und sein Sternenmädchen davonschweben. Aber nur ein kleines bisschen.

Lisa weiß ja nun‚ dass sie es auch allein schaffen kann‚ Freunde zu finden.

Und sie weiß auch‚ dass Lunabella immer für sie da ist‚ falls sie mal wieder Hilfe braucht.

Ende der Geschichte! Hab einen spannenden Tag!

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